Mit einer Gewinnbenachrichtigung fing Ende 2000 alles an. Damals flatterte der Lebensgefährtin von Reiner Opitz ein Schreiben ins Haus, in dem der Lautaerin der Gewinn eines Handy-Pakets im Wert von mehr als 350 Euro verkündet wurde. Da die Lautaerin keine Verwendung dafür hatte, gab sie den Antrag einfach an ihren Lebensgefährten Reiner Opitz weiter. Er habe das Formular ausgefüllt und eine Einzugsermächtigung erteilt, erzählt der Rentner. Das Handy kam, doch Reiner Opitz wollte es nicht mehr. „Ich hatte noch einmal drüber geschlafen und es mir anders überlegt. Meine Rente ist einfach zu klein“ , erinnert sich der 62-Jährige. Dann habe er das Gerät einfach zurückgeschickt und per Telefon mitgeteilt, dass er von dem Vertrag zurücktreten wolle. „Das war maximal acht Tage nach der Lieferung.“ Doch der Widerruf ging offenbar nicht bei Talkline ein und so wurden dem Rentner monatlich Grundgebühren für ein Handy abgebucht, das er gar nicht besaß. Ehe der Lautaer das bemerkte, vergingen einige Monate.
Seither versucht er immer wieder mit handschriftlichen Briefen an den Talkline-Geschäftsführer klar zu machen, dass er nicht mehr zahlen möchte. „Ich sehe das gar nicht ein. Ich hab' doch gar kein Telefon.“ Als er sich gar keinen Rat mehr wusste, „habe ich schließlich die Bank gewechselt“ , sagt Reiner Opitz. Von da an zahlte er „nicht mehr regelmäßig“ , aber doch ab und zu die Gebühren, „weil ich nicht wusste, was ich nun machen sollte“ . Im Januar dieses Jahres hat er der Firma erneut einen Brief geschrieben. Darin heißt es: „Aufgrund meiner kleinen Rente und monatlich festen Belastungen kündige ich den Mobilfunkvertrag, bin auch zurzeit nicht in der Lage, den monatlichen Betrag zu zahlen.“ Eine Antwort habe er darauf nicht bekommen. Im März nun kündigte Talkline seinerseits die „bestehende Vertragsbindung mangels Zahlung“ . Doch nun soll Reiner Opitz rund 250 Euro - die offenen Gebühren, Verzugszinsen, Mahngebühren und Inkassokosten - zahlen. „Das kann ich nicht. Mir bleiben im Monat kaum mehr als 100 Euro zum Leben“ , sagt Reiner Opitz und hofft, dass Talkline Verständnis hat.
Danach sieht es aus. Reiner Opitz „sollte sich bei uns einfach noch einmal schriftlich melden. Wir werden die Lage dann prüfen“ , zeigte sich Claudia Herden vom Talkline-Mahnwesen gestern auf Anfrage der RUNDSCHAU kompromissbereit. Man müsse schauen, ob man dem Rentner in dieser Angelegenheit entgegenkommen könne.