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| 02:46 Uhr

Reichenturm soll sein Erscheinungsbild ändern

So wie auf diesem Foto wird sich der Bautzener Reichenturm zum Ende des Jahres nicht mehr präsentieren. Das farbliche Erscheinungsbild des Schaftes soll dem des natursteinsichtigen Aufsatzes angepasst werden.
So wie auf diesem Foto wird sich der Bautzener Reichenturm zum Ende des Jahres nicht mehr präsentieren. Das farbliche Erscheinungsbild des Schaftes soll dem des natursteinsichtigen Aufsatzes angepasst werden. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Der Reichenturm – eines der Wahrzeichen der Bautzener Altstadt – ist in die Jahre gekommen. Fast 25 Jahre liegen die letzten, damals als unumgänglich postulierten Sanierungsarbeiten zurück. Zeit, dass wieder mal etwas passiert. Uwe Menschner / ume1

Die gute Nachricht zuerst: Der Bautzener Reichenturm droht nicht umzustürzen. Dies ist die am häufigsten geäußerte Sorge, wenn von bevorstehenden Bauarbeiten an dem historischen Stadtturm die Rede ist. Wurde er doch im 15. Jahrhundert auf einem viel zu schwachen Fundament errichtet, was eine im Laufe der Zeit zunehmende Neigung nach Nordwesten zur Folge hatte und ihm den Beinamen "schiefer Turm von Bautzen" einbrachte. Erst 1953/54 konnte die Neigungsbewegung zum Halten gebracht und bei 1,44 Meter "eingefroren" werden, was regelmäßig überprüft wird.

Doch wie gesagt, darum geht es bei den aktuell anstehenden Arbeiten nicht. Vielmehr sollen "die innerhalb der letzten 25 Jahre entstandenen Verschleiß- und Verwitterungsschäden beseitigt und Verbesserungen hinsichtlich der Dauerhaftigkeit erreicht werden", wie Baubürgermeisterin Juliane Naumann erklärt. Und im Zuge der Arbeiten wird der Reichenturm auch sein äußerliches Erscheinungsbild verändern: "Es soll eine farbliche Angleichung der Putzbereiche des Turmschaftes an den natursteinsichtigen Aufsatz erfolgen, wie er von der Denkmalpflege bereits in den 1950er Jahren empfohlen wurde." Dies bedeutet im Klartext, dass der das Bild des Bauwerkes prägende weiße Anstrich im unteren Turmbereich nach Abschluss der Arbeiten der Vergangenheit angehören wird. Der Aufsatz stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und ersetzte den ursprünglichen hölzernen Turmaufbau.

Weiterhin plant die Stadtverwaltung Reparaturen am Mauerwerk und am Putz sowie den Austausch schadhafter Teile am Natursteinaufsatz. Die Wasserableitung und die Durchlüftung sollen verbessert werden, um das Risiko künftiger Schäden zu verringern. Einer Erneuerung bedürfen ferner die Holzbalkendecke in der obersten Ebene der Turmhaube, die verrotteten Rundfenster in deren Gauben sowie die Blitzschutzanlage. Um den Vorschriften der Unfallkasse Genüge zu tun, ist der Einbau einer neuen Steigleiter zur Aussichtsplattform erforderlich.

Beginnen sollen die Arbeiten laut Juliane Naumann nach dem "Bautzener Frühling" Ende Mai, der Abschluss ist für November vor dem Beginn des Weihnachtsmarktes vorgesehen. Die Kosten sind mit circa 383 000 Euro veranschlagt, wobei die Stadt mit Fördermitteln in Höhe von 161 000 Euro rechnet. Diese bilden die Voraussetzung dafür, dass die Maßnahme erfolgen kann. Zur Deckung des Eigenanteils soll unter anderem auf das Altstadtkonto zurückgegriffen werden, das die Bautzener 1990 für den Erhalt historischer Bausubstanz eingerichtet hatten.