ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:00 Uhr

Ravon braucht fremden Müll

Der Regionale Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien (Ravon) muss im kommenden Jahr 26 000 Tonnen Fremdmüll akquirieren. Nur mit den Abfällen aus dem eigenen Verbandsgebiet lässt sich der Vertrag mit der TA Lauta nicht erfüllen. Das wurde gestern in der Verbandsversammlung in Hoyerswerda bekannt. Von Sven Hering

So sei der Ravon nach den derzeitigen Kalkulationen ein gehöriges Stück davon entfernt, die seinerzeit mit dem Betreiber der neuen Müllverbrennungsanlage in Lauta ausgehandelte Mindestmenge von 110 000 Tonnen Abfall aus dem eigenen Bestand zu erreichen. Der Grund: Privathaushalte produzieren längst nicht mehr so viel Müll, wie noch vor fünf, sechs Jahren. Auch das Aufkommen an Gewerbeabfällen reicht nicht aus, um diese Lücke zu schließen.
So hat sich der Ravon in den vergangenen Monaten bereits intensiv nach Abfällen aus den angrenzenden Regionen umgeschaut. Ein erster Erfolg konnte beim Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) erzielt werden. Von dort wurden zunächst einmal 12 500 Tonnen Müll für das Jahr 2006 vertraglich gesichert. Allerdings: Der von der Landeshauptstadt Dresden und den Landkreisen Meißen, Riesa-Großenhain, Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis gegründete Verband hat seine Restmüllentsorgung für das kommende Jahr europaweit ausgeschrieben. „Wir wollen die Entsorgung der Restabfälle als Dienstleistung vergeben“ , erklärt Raimund Otteni, Geschäftsführer des ZAOE. Angesichts der rückläufigen Abfallmengen wolle der Verband auf Nummer sicher gehen. Deshalb wurden drei Lose über 50 000 Tonnen und zweimal 20 000 Tonnen über unterschiedliche Zeiträume ausgeschrieben. Die neuen Verträge sollen vom 1. Juli 2006 an wirksam sein. Bis dahin entsorgt der ZAOE lediglich als Übergangslösung seine Restabfälle in Lauta und Leuna.
Für die Ravon-Mitglieder wurden gestern auch die im nächsten Jahr gültigen Entgelte beschlossen. So zahlen sowohl gewerbliche Anlieferer als auch Verbandsmitglieder dann 169,58 Euro je Tonne. Direkt in Lauta angelieferter Müll wird mit 148,91 Euro je Tonne berechnet.
„Für uns wird es 2006 darauf ankommen, genügend Müll zu den im Haushaltsplan eingestellten Konditionen zu akquirieren“ , erklärte Ravon-Geschäftsführer Ulrich Heine.