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Radrundweg durch ganze Oberlausitz als Vision

Um noch mehr Radtouristen länger in der Region zu halten, soll das Radwegeangebot in der Oberlausitz besser vernetzt werden, sieht die MGO vor.
Um noch mehr Radtouristen länger in der Region zu halten, soll das Radwegeangebot in der Oberlausitz besser vernetzt werden, sieht die MGO vor. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Oberlausitz. Die Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO) ist in ihrem neuen Domizil im Technologie- und Gründerzentrum Bautzen angekommen. Die meisten Kartons sind ausgepackt, und Geschäftsführer Olaf Franke, der sein Amt zum Jahresbeginn antrat, kann den Fokus jetzt wieder voll und ganz auf die anstehenden Aufgaben richten. Uwe Menschner / ume1

Als eines der vordringlichsten Ziele sieht der Geschäftsführer die Etablierung einer neuen Dachmarke für die Oberlausitz an. "Die Ferienregion im Osten Sachsens wirbt seit 2003 mit einem Logo, das nicht mehr zeitgemäß ist", erklärt er. Andere Regionen, wie das Erzgebirge, seien da schon weiter. Die neue Marke soll aber mehr sein als nur ein nettes Logo: "Sie bildet ein starkes und unverwechselbares Gesicht, um die Werte und Produkte der Region an den Mann oder die Frau zu bringen." Vier Werbeagenturen aus der Oberlausitz und aus Dresden beteiligen sich am Wettbewerb um die Gestaltung der Dachmarke. Im November soll der Siegerentwurf vom Tourismusbeirat der MGO bestimmt werden. "Das bedeutet aber nicht, dass wir sie nur für touristische Auftritte verwenden wollen. Auch die Wirtschaftsregion soll davon profitieren", so Olaf Franke. Er legt Wert darauf, die Oberlausitz eigenständig zu positionieren und sie nicht unter dem Label "Lausitz" zu vermarkten.

Tourismusverein

In der Neustrukturierung und "Verschlankung" des Tourismusvereins sieht der MGO-Geschäftsführer einen wichtigen Schritt hin zu einer höheren Effizienz bei der Vermarktung der Region. Statt, wie bisher, über 100, hat der Verein künftig nur noch ein gutes Dutzend Mitglieder. Die einzelnen Kommunen sind künftig nur noch Mitglieder in den regionalen Gebietsgemeinschaften, die wiederum das "Gerüst" des Tourismusvereins bilden.

Oberlausitz-Botschafter "Es gibt nichts wichtigeres für eine Marke als Botschafter", findet Olaf Franke. Deshalb will er an der Idee der "Oberlausitz-Botschafter" festhalten. Allerdings müsse es künftig klarere Richtlinien für die Berufung und auch für die Abberufung geben. Dabei sieht der Geschäftsführer eine klare Dreiteilung mit unterschiedlichen Aufgabenprofilen: "Kunstfiguren" wie Krabat und Pumphut, die die Region auf Messen und Veranstaltungen repräsentieren; Prominente wie die Lausitzer Füchse oder Tony Jantschke, die durch den bloßen Hinweis auf ihre Herkunft einen Aha-Effekt erzielen; sowie Akteure aus der regionalen Wirtschaft, wie Ingeborg Eule (Eule-Orgelbau) oder die Oppacher Mineralquellen, die im Rahmen ihrer alltäglichen Arbeit für die Region werben.

Oberlausitz per Rad

"Es ist verwunderlich, dass eine Radfahrregion wie die Oberlausitz so wenige Fahrradtouristen anlockt", meint Olaf Franke. Damit meint er nicht jene, die die Region auf dem Neiße- oder auf dem Froschradweg an einem Tag durchfahren; "davon gibt es sehr viele." Viel wichtiger seien jene Besucher, die sich mehrere Tage in der Oberlausitz aufhalten. Dafür sei aber eine bessere Vernetzung der einzelnen Radwege erforderlich, durch die sich im Endeffekt ein mehrtägiger Rundkurs ergibt. "Stellen Sie sich vor: Eine Radroute, die die Westlausitz, das Oberlausitzer Bergland, das Zittauer Gebirge, das Weltkulturerbe in Bad Muskau, das Seenland, die Heide- und Teichlandschaft sowie die Städte Bautzen, Görlitz und Zittau verbindet. Das sucht deutschlandweit seinesgleichen", schwärmt der MGO-Geschäftsführer. Weniger will sich die MGO künftig mit reinen Serviceleistungen, wie dem Gepäcktransport, beschäftigen: "Dafür gibt es andere Anbieter." Am Ziel, die Region flächendeckend mit Mietangeboten für E-Bikes auszustatten, halte man fest.

"Krisenhilfe" für BautzenZum Marketing gehört auch die Krisenkommunikation. Gegenwärtig ist vor allem die Stadt Bautzen darauf angewiesen. Was empfiehlt der MGO-Geschäftsführer und Marketingexperte Olaf Franke den Verantwortlichen? "Ich halte nicht viel von einer 'Gut-Kampagne'", erklärt er unumwunden. Bautzen sei gut beraten, "seine Bürgerschaft zu aktivieren, damit andere Signale ausgesendet werden als in der jüngeren Vergangenheit." Die MGO selbst könne Bautzen am Besten helfen, indem sie unaufgeregt ihre Arbeit mache: "Jeder, der als Tourist hierher kommt, kann sich selbst ein Bild von der Stadt Bautzen machen, das sicher nicht mit dem in vielen Medien Vermittelten übereinstimmt."