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| 12:40 Uhr

Jugendclubhaus Ossi
Quirliges Leben im „Ossi“

Montags ist im Jugendclubhaus „Ossi“ immer Tanztag. Am Nachmittag trainieren im Saal die Hip-Hop-Kids und die Streetdance-Teenager.
Montags ist im Jugendclubhaus „Ossi“ immer Tanztag. Am Nachmittag trainieren im Saal die Hip-Hop-Kids und die Streetdance-Teenager. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Das Hoyerswerdaer Jugendclubhaus hat mittlerweile jüngere Besucher als früher. Von Rainer Könen

Montags wird immer getanzt. Zumeist Hip Hop. Dafür ist Franziska Grabowski verantwortlich. Die 44-jährige diplomierte Sozialpädagogin leitet an diesem Montagnachmittag zwei Kurse. Einen für die ganz Kleinen, das sind die Hip-Hop-Kids. Wenn die Fünf- bis Achtjährigen sich im Saal unter ihrer Anleitung ausgetobt haben, geht es weiter, dann wirbeln die Streetdance-Teens durch den Saal.

Wer an diesem Nachmittag einen Blick auf die Kinder wirft, die sich mit großer Freude und Energie ans Aufwärmtraining machen, bekommt einen deutlichen Eindruck, was die jungen Besucher am Jugendklubhaus „Ossi“ so schätzen, in dieser kleinen Welt, in der sich Kinder und Jugendliche ausleben können – unter fachgerechter Anleitung, versteht sich. Dafür sind die Sozialpädagogische Leiterin des Hauses, Franziska Grabowski, und die Erzieherin Bettina Nachtigal verantwortlich.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, genau seit dem 30. April 1964, gibt es dieses Gebäude in der Neustadt. Als Kreiskulturhaus wurde es eröffnet. In Vorwendezeiten fanden zahlreiche Konzerte mit bekannten Bands wie Pankow oder Karussell statt, der Kleinkunst wurde gefrönt und Ende der 80er-Jahr auch Politik gemacht. 1989 gab es hier die „Hoyerswerdaer Gespräche“, die Debatten zur friedlichen Revolution. 2005 wurde das Haus durch die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven, kurz RAA genannt, übernommen.

Gab es einmal in der Stadt etliche Schulclubs, wo sich die Jugendlichen aufhalten konnten, so habe sich das Angebot mittlerweile doch drastisch reduziert, erzählt Franziska Grabowski. Das Resultat dieser Entwicklung: „Das Ossi hat sich zu einem markanten Treffpunkt für die Jugendlichen der Stadt entwickelt“, so Bettina Nachtigal. Mit anderen Worten: Es ist in der Stadt der einzige Anlaufpunkt für die Heranwachsenden. An den Wochentagen können die Teenager dort ab 14 Uhr ihre Freizeit verbringen.

Unterstützt von Mitarbeiter André Müller sorgen die beiden Damen Grabowski und Nachtigal für einen geregelten Jugendfreizeitalltag im Ossi. Klar, dass es da an allen Tagen überaus quirlig zugeht. Da gibt es den offenen Klubtreff, die Koch AG, Workshops oder einfach Erholung. Bettina Nachtigal ist seit 2009 im Ossi tätig. Sie erzählt, dass sich die Altersstruktur der Besucher in den vergangenen Jahren verändert hat. Waren es früher zumeist die 16- bis 18-Jährigen, die man dort antraf, sind es nun vor allem Zehn- bis 16-Jährige. Snackbar, Billard, Kicker und Playstation sind die typischen offenen Angebote für diese Altersgruppe.

Jeder Tag ist in dem Jugendclubhaus thematisch anders geprägt. So ist der Montag der Tanztag, dienstags ist Club-Game-Zeit, weiter geht es mit einer Koch AG und freitags geht es mit Tanz und Disco ins Wochenende. Darüber hinaus finden im Ossi noch andere Veranstaltungen statt. Buchlesungen etwa, Puppentheater-Aufführungen, Geburtstagsfeiern, Tagungen und Tanzkurse. Im Schnitt kommen zwischen 30 und 50 Jugendliche am Tag ins Ossi. Da kann es schon mal laut werden, aber die Mitarbeiter sind ja lärmresistent.

Das Jugendclubhaus stellt eine wichtige Wurzel für eine Menge kultureller Aktivitäten in der Stadt dar. Im Hof steht übrigens noch die Kastanie, die Musiker Gerhard „Gundi“ Gundermann (1955 bis 1998) und seine Frau Conny 1983 anlässlich ihrer Hochzeit gepflanzt haben.

Nächster Veranstaltungshöhepunkt im Jugendclubhaus ist der 9. Juni, da findet der Tag der offenen Tür statt. In der Zeit von 14 bis 19 Uhr werden die Kinder und Jugendlichen dann auch den Besuchern einmal vorführen, wie sie ihre Freizeit im Ossi verbringen. Tanzend beispielsweise. Den Eltern  zu zeigen, was sie bei der diplomierten Sozialpädagogin Franziska Grabowski im Streetdance- oder Hip-Hop-Kurs gelernt haben, darauf freuen sich die Kids schon jetzt.