| 02:46 Uhr

PSV Kamenz kann bald wieder in seine Halle

Kamenz. Der Polizeisportverein (PSV) Kamenz bekommt seine Sporthalle zurück. Eine gemeinsame Begehung des Vereinsvorstandes mit dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) ergab, dass durch die vorübergehende Nutzung als Notunterkunft für Asylbewerber keine gravierenden Schäden entstanden sind. Uwe Menschner / ume1

Ein Aufschrei ging im Februar durch Kamenz, als bekannt wurde, dass die Turnhalle am Siedlungsweg quasi über Nacht eine neue Nutzung erhalten würde. Der PSV Kamenz als Hauptmieter - vornehmlich in den Kampfsportarten Judo und Ju-Jitsu aktiv und sehr stark im Kinder- und Jugendbereich engagiert - sah sich seiner Heimstätte beraubt und fürchtete um das weitere Fortbestehen. In der Folgezeit formierte sich in der Lessingstadt ein Pegida-Ableger, es kam zu Demonstrationen und heftigen Unmutsbekundungen im Internet. Der Verein selbst distanzierte sich davon und versuchte, mäßigend zu wirken.

Am 12. April dann kam die erlösende Mitteilung, dass der Freistaat Sachsen die in seinem Eigentum befindliche Sporteinrichtung vorerst nicht mehr für die Unterbringung von Asylbewerbern benötigt und dass der PSV wieder einziehen kann. Allerdings blieben Zweifel: In welchem Zustand würde sich die Halle nach der wochenlangen "Intensivstnutzung" befinden?

Seit Mittwochabend ist diese Frage geklärt. "Die Halle befindet sich in einem sehr guten Zustand", erklärt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Seifert. Auch "unangenehme Gerüche" waren nicht festzustellen. "Das SIB hat die Halle gereinigt und desinfiziert, wir benötigen jetzt noch einen Nachweis über die Keimbelastung - vor allem für die Eltern, deren Kinder bei uns trainieren", so der Vereinsvize weiter. Auch ein paar Malerarbeiten und Schönheitsreparaturen seien noch erforderlich, sodass Andreas Seifert damit rechnet, dass der Trainingsbetrieb im angestammten Domizil Anfang Juni wieder aufgenommen werden kann. Bis dahin gelten die Interimslösungen in anderen Hallen weiter, für die die Sportvereine der Stadt "zusammengerückt" sind, um Trainingszeiten für den PSV zu ermöglichen.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich das Ganze wiederholt, wenn wieder besonders viele Flüchtlinge unterzubringen sind", wie Andreas Seifert weiß. Das dicke Stromkabel für die extra installierte Außenbeleuchtung bleibt auch noch liegen. Der Vereinsvize hofft allerdings, dass "wir unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, für die wir so viel Anerkennung erfahren und unter denen auch viele Ausländer sind, in Ruhe weiterführen können". Und sollte der Notfall doch noch einmal eintreten, dann baut er darauf, "dass wir dann längerfristige Informationen erhalten".