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| 01:02 Uhr

Prominente Bücherwürmer bei Nacht

Hoyerswerda.. „Ich hoffe, wir können mit unseren prominenten Vorlesern wieder die Lust am Lesen wecken.“ So begrüßte Folkshochschulleiter Detlef Heuke am Dienstagabend mehr als 30 Nachtschwärmer zur dritten Promi-Lesenacht im Buch- und Musikhaus Sygusch. Von Thomas Köhler

Bei der Gemeinschaftsaktion von Volkshochschule Hoyerswerda und Buchhändlerin Elisabeth Sygusch begann der erste Vorleser gleich mit einem der großen Literaten des 20. Jahrhunderts, Kurt Tucholskys Satire. „Wo kommen die Löcher im Käse her?“ hatte Michael Renner, Geschäftsführer der Lausitzhalle, seinem aufmerksamen, des öfteren auch schmunzelnden Publikum, als sein liebstes Buch mitgebracht. Nachdem die besserwisserischen Erwachsenen im Tucholskytext dem kleinen Jungen eine Antwort auf die Käse-Frage schuldig blieben, betrat Deutsch-Lehrerin Petra Buchta vom Foucault-Gymnasidas Podium der Promileser. Die Brille auf den Tisch gelegt, den grünen Buchrücken in den Händen haltend, begann sie mit der „Klage“ aus Jurek Beckers Werk „Nach der ersten Zukunft“ . Hierbei erhalten die Eltern des kleinen Leonard einen Brief aus der Schule: „Ihr Sohn folgt leider nur dann dem Unterricht, wenn er interessant ist“ , las Petra Buchta ihrem amüsierten Publikum vor.
Als nächstes nahm Medizinalrat Heinz-Dieter Tempel auf dem Vorlesestuhl Platz und ging mit seinen Zuhörern auf eine Entdeckungsreise. Mit detailhaften Passagen aus Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ wusste Tempel sein Publikum zu verzaubern.
Ingrid Schäfer vom Kinderschutzbund Hoyerswerda schickte ihrer Lesung einen Satz voraus: „Für mich zählt die Liebe zu einem der höchsten Güter des Menschheit. Und darum stehe ich zu meinem Lieblingsbuch.“ Der von Nicolas Sparks verfasste Roman trägt den Titel „Wie ein einziger Tag“ und beleuchtet die Tragik der Alzheimer-Krankheit. Nachdem Ingrid Schäfer aus dem Schicksal zweier Menschen einige ausgewählte Passagen vorgelesen hatte, durfte Superintendent Friedhart Vogel als letzter Leser des Abends noch einmal die Lachmuskeln seines Publikums herausfordern. So begann er mit Kurt Davids Geschichte „Freitags wird gebadet“ . Darin berichtet ein kleiner Junge über die Badegewohnheiten seines Papas: „Wenn Vater in die Wanne steigt, tut er so, als stiege er feierlich in die Ostsee.“ In der darauf folgenden Erzählung vom braven Schüler Ottokar machte dessen Mutter ihrem Frust über die Missetaten ihres Sohnes Luft: „Tagedieb oder Subjekt wirst du mal werden“ , ahmte Friedhart Vogel mit lauter Stimme die Mutter nach. Antwort vom Sohnemann: „Ein Subjekt kann ich ja gar nicht werden, das ist ja ein Satzglied.“ Nachdem die Gäste ihre Lachattacken überwunden hatten, schlenderten sie durch die Regalreihen der Buchhandlung und erkundigten sich nach dem ein oder anderen der vorgestellten Bücher.