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| 14:19 Uhr

Architekturprojekt
Hoyerswerda begeistert Architekturstudenten

Projekt Brückenschlag mit Studenten der TU Darmstadt
Projekt Brückenschlag mit Studenten der TU Darmstadt FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Blick von außen: Darmstädter besuchen Hoyerswerda und schwärmen von aktiven und offenherzigen Bürgern. Von Anja Hummel

„Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, die so eine interessante Kultur und Geschichte hat“, sprudelt es aus Mai Quynh Lai heraus. Die 25-Jährige sitzt neben ihrer Kommilitonin Huyen Trang Dao vor der Orange Box in Hoyerswerda. Bevor sie im September ihre erste Reise in die Stadt antraten, hatten sie noch nichts von ihr und ihren Menschen gehört. Ihr Fazit: absolut positiv. Zwei Wochen lang haben die Architekturstudentinnen aus Darmstadt gemeinsam mit vier weiteren Kommilitonen und Professorin Nina Gribat eine städtebauliche Vision für Hoyerswerda erarbeitet. Das Ziel: Neu- und Altstadt miteinander verbinden.

Dafür sind die jungen Studenten selbst mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren, haben sich mit Bürgern unterhalten. Dabei haben sie nicht nur Hoyerswerdas „Perlen“ wie Indianerdorf oder Planetarium erkundet. „Wir kamen als Fremde her und die Bewohner haben uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Huyen Trang Dao mit einem Lächeln im Gesicht.  Freundin Mai nickt. „Die Bürger waren sehr an dem Zukunftsprojekt interessiert.“ Die jungen Frauen sprechen von einer „unglaublich aktiven Bürgerschaft“, mit der sie nicht gerechnet haben. Tänzer, Musiker, Schauspieler – die Sport- und Kulturszene sei beeindruckend. Und zwar in Neu- und Altstadt. Deshalb schlägt die studentische Gruppe unter anderem vor: Geht nach draußen, ihr habt den Platz. Die Schaffung von öffentlichen Plätzen zum Tanzen, Musizieren, Beisammensein könnte die „Stadt der Kontraste“, wie Mai Hoyerswerda bezeichnet, wieder zusammenführen. Sie hoffen, dass ihre Vision den Bürgern gefällt und sie Realität wird. Die Anwohner hätten Lust darauf, so ihr Eindruck. Im kommenden Sommer werden sie ihre Masterthesis schreiben. Was sie dafür in Hoyerswerda gelernt haben: „Für Architekturprojekte muss man eng mit der Bevölkerung zusammenarbeiten und die Kreativität an deren Wünsche anpassen“, so Huyen.

Noch bis Sonntag, 14. Oktober, sind die Ergebnisse des Projektes in der Orange Box in Hoyerswerda von 11 bis 19 Uhr ausgestellt. Der Eintritt kostet zwei Euro.