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Wolfsabschuss
Problemwolf wird zum Abschuss freigegeben

Nach wiederholten Wolfsattacken auf Schafherden in Ortschaften der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft nun doch der „Entnahme eines Wolfes“ aus dem Rosenthaler Rudel zugestimmt.
Nach wiederholten Wolfsattacken auf Schafherden in Ortschaften der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft nun doch der „Entnahme eines Wolfes“ aus dem Rosenthaler Rudel zugestimmt. FOTO: Ingo Wagner / dpa
Bautzen. Nach wiederholten Wolfsattacken auf Schafherden in Ortschaften der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft nun doch der „Entnahme eines Wolfes“ aus dem Rosenthaler Rudel zugestimmt. Das entsprechende Einvernehmen hat der Freistaat Sachen am Freitag auf eine vom Landratsamt Bautzen beantragte Ausnahmegenehmigung erteilt. Damit ist erstmals der Weg frei für eine Abschusserlaubnis für das als Problem-Wolf eingestufte Raubtier.

(cw) Nach wiederholten Wolfsattacken auf Schafherden in Ortschaften der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft nun doch der „Entnahme eines Wolfes“ aus dem Rosenthaler Rudel zugestimmt. Das entsprechende Einvernehmen hat der Freistaat Sachen am Freitag auf eine vom Landratsamt Bautzen beantragte Ausnahmegenehmigung erteilt. Damit ist erstmals der Weg frei für eine Abschusserlaubnis für das als Problem-Wolf eingestufte Raubtier.

Mit dem Erlass dieser Ausnahmegenehmigung kann im Bereich des Rosenthaler Rudels ein Wolf aus der Natur entnommen werden, teilt Landkreissprecher Gernot Schweitzer mit. Allerdings ist dieser Vorgang an strenge Auflagen und Bedingungen geknüpft. Die Genehmigung gilt nur für Personen, die mit dieser Entnahme beauftragt sind, und nur für einen Wolf, der entsprechend geschützte Weidetiere angreift. Es darf nur ein einziger Wolf abgeschossen werden, was als Abschreckung für die anderen Tiere des Rudels dienen soll.

Der Hintergrund für dieses schon seit Längerem vom Landratsamt Bautzen angestrebte Vorgehen: Ein oder mehrere Wölfe haben in den letzten Wochen offenbar gelernt, die empfohlenen und für die Schafhalter zumutbaren Schutzmaßnahmen (Elektrozaun und Flatterband) zu überwinden. Um weitere große wirtschaftliche Schäden abzuwenden, ist die Entnahme trotz des grundsätzlich auch weiterhin bestehenden strengen Schutzes der Wölfe gerechtfertigt und geboten, da keine weiteren für die Tierhalter zumutbaren Alternativen zum Schutz der Nutztiere bestehen.

Die notwendigen Schritte, die die zuständigen Behörden für eine sogenannte "Entnahme" vornehmen müssen, ergeben sich aus dem "Managementplan für den Wolf in Sachsen" (Wolfsmanagementplan).