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Problemsuche in der Altstadt

Für dieses seit einiger Zeit leerstehende Ladengeschäft an der Kirchstraße in Hoyerswerdas Altstadt gibt es nun bald ein Happy End: Im Juli eröffnet hier ein Lederwaren-Geschäft seine neuen Verkaufsräume. Auch für andere Leerstandsflächen an der Kirchstraße gibt es demnächst wieder eine Perspektive.
Für dieses seit einiger Zeit leerstehende Ladengeschäft an der Kirchstraße in Hoyerswerdas Altstadt gibt es nun bald ein Happy End: Im Juli eröffnet hier ein Lederwaren-Geschäft seine neuen Verkaufsräume. Auch für andere Leerstandsflächen an der Kirchstraße gibt es demnächst wieder eine Perspektive. FOTO: cw
Hoyerswerda. Eine tipptop sanierte Altstadt hat Hoyerswerda und einen historischen Stadtkern, der mit Schloss, Rathaus, Kirche, Zoo, Bügerzentrum, Kino und vielen anderen wichigen Einrichtungen für Gäste und Einheimische eigentlich auch genug Gründe bietet, hierher zu kommen. Trotzdem wirkt Hoyerswerdas Altstadt oft menschenleer und kaum bevölkert. Catrin Würz

In der einst wichtigen Ladenstraße zwischen Marktplatz und fünfarmigem Knoten haben in den vergangenen Jahren immer mehr Einzelhandelsgeschäfte aufgegeben und sind verschwunden. Und immer weniger ist die Altstadt eine Flaniermeile oder zentraler Treffpunkt für viele Menschen.

Gegen diesen Trend ein Rezept zu finden, das hat sich seit gut anderthalb Jahren das Citymanagement auf die Fahnen geschrieben. Vom Gewerbering Stadtzukunft getragen, entwickeln Yvonne Zschornack-Lubner und Frank Graumüller als Citymanager Strategien für das Standortmarketing, organisieren Veranstaltungen und lokale Netzwerkarbeit. "Ziel ist es, positive Impulse für eine größere Attraktivität der Altstadt und für eine Belebung zu setzen", sagt Frank Graumüller.

Dass diese Stärkung des Ganzen - also der gesamten Altstadt - wohl am besten gelingt, wenn man die einzelnen Glieder stärkt, davon ist Mathias Priebe überzeugt. Der PR-Berater und Marketing-Experte aus Lauta sagt: "Der Erfolg der Altstadt ist die Summe des Erfolges jedes einzelnen Gewerbetreibenden." Aus dieser Philosophie heraus wird in der Altstadt derzeit ein neues Beratungsprojekt aufgelegt: Hier ansässige Unternehmen können eine systematische Schwachstellenanalyse für ihren klein- und mittelständischen Betrieb in Anspruch nehmen - und die Kosten dafür zu 80 Prozent oder gar bis zu 90 Prozent gefördert bekommen.

Die systematische Analyse der Schwächen, aber auch Stärken einzelner Unternehmen soll letztlich in konkreten Handlungsempfehlungen für mehr unternehmerischen Erfolg münden, stellt Mathias Priebe als Mitinitiator in Aussicht. Erfolg sei das beste Fördermittel - auch für die gesamte Altstadt. Neben den Öffnungszeiten, dem Marketing/Management und lokalen/regionalen Beziehungsgeflechten, die mehreren nutzen, stehen noch viele weitere Faktoren im Fokus. Die Analysen werden selbstverständlich anonymisiert und während der kommenden sechs bis sieben Monate stattfinden.

Gewerbering-Vorsitzender Frank Seifert freut sich über diese neue Möglichkeit, etwas zu bewegen. Gerade für kleine, inhabergeführte Geschäfte sei es oft nicht einfach, die Anforderungen der neuen Zeit wie Online-Auftritte, Digitalisierung und unternehmerische Netzwerkarbeit zu leisten. Dabei könne das Beraterprojekt die Gewerbetreibenden voranbringen.

Ein Bedarf an solchen Beraterleistungen besteht. Immerhin haben sich nach der Vorstellung des Projektes auf der Gewerbering-Vereinsversammlung sechs Unternehmer - drei Handwerksbetriebe, zwei Einzelhändler und ein Dienstleistungsunternehmen - spontan angemeldet. Bis zum Monatsende können das auch noch weitere Betriebe tun.

Zum Thema:
Das Beraterprojekt kam auf Initiative des Citymanagement Hoyerswerda und der RKW Sachsen GmbH, einem Dienstleister für den Mittelstand, zustande. Es basiert auf der Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Außenhandel (BAFA) für unternehmerisches Knowhow einzelner Unternehmen. Anmeldung ist noch bis 30. Juni beim Citymanagement in der Spremberger 11 möglich.In der Altstadt von Hoyerswerda gibt es derzeit 170 Gewerbetreibende, darunter nur noch 36 Einzelhändler.