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| 15:26 Uhr

Hoyerswerda
Was die Stadtwerkstatt leistet

An den Thementischen haben sich die Teilnehmer zu einem Hauptthema und dessen Projekte austauschen können.
An den Thementischen haben sich die Teilnehmer zu einem Hauptthema und dessen Projekte austauschen können. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Hoyerswerda lädt die Bürger ein, sich gemeinsam Gedanken um die Zukunft und über das neue Leitbild zu machen. Das ist gut so. Doch irgendwie gelingt es nicht, mehr Interessierte als bisher zu erreichen. Von Sascha Klein

Zum zweiten Mal hat die Stadtverwaltung Hoyerswerda seine Bürger zur Diskussion über das Leitbild 2030 eingeladen. Dieses Leitbild ist eine grobe Richtung, wie sich alle Beteiligten die Zukunft in knapp 15 Jahren vorstellen. Das Leitbild an sich ist so allgemein gefasst, dass es auf viele Städte passen könnte. Was tatsächlich spannend ist, ist das Handlungsprogramm zum Leitbild. „Handlungsprogramm“ klingt zunächst sehr bürokratisch – doch dahinter stehen viele Projekte, die oftmals einen Großteil der Bürger direkt betreffen. Deshalb will die Stadtverwaltung die Bürgerschaft bei dieser Entwicklung miteinbeziehen. Die RUNDSCHAU analysiert die zweite Stadtwerkstatt.

Teilnehmer: Der Kabarettist Dieter Hildebrandt hat einmal gesagt: „Die, die da sind, sind nicht schuld.“ Das trifft auch auf Hoyerswerda zu. Gekommen sind zur Stadtwerkstatt viele Vertreter aus Verwaltung, Stadtrat, Institutionen und Interessenverbänden. Es sind die, die bei solchen Diskussionen immer vor Ort sind. Deshalb ist der Sparkassen-Saal (Visavis) auch nur knapp zur Hälfte gefüllt, etwa 75 Teilnehmer. Diese Personen sind jedoch bereit und willens, mitzugestalten.

Themen: Die Stadtverwaltung hat einen guten Modus gefunden, die Themen zu erklären. Es gibt nach einer Einführung die Arbeit an vier Thementischen, die sich mit Sozialem/Senioren/Klima, Stadtumbau/Wirtschaft, Kultur/Tourismus/Sport und Moderner Verwaltung/Ehrenamt/Teilhabe beschäftigen. Jeder kann dabei sein Lieblingsthema wählen und mitdiskutieren. Jeder Tisch hat einen fachkundigen Moderator, der die Diskussion steuert.

Diskussion: Was sich gezeigt hat: Für das Thema Stadtumbau, Wirtschaft und Handel hätte es eine eigene Veranstaltung gebraucht. Die Themen sind so vielschichtig und so komplex, dass sie nicht ausdiskutiert werden können. Zudem bremsen sich die Diskutanten durch das Für und Wider einzelner Teilprojekte aus. Die Folge: Die Diskussion verzweigt sich und dauert zu lange, um wirklich alle Themenfelder zu beleuchten.

Form: Das Handlungsprogramm ist ein idealer Überblick über alle Vorhaben, die Hoyerswerda bis zum Jahr 2030 - und vermutlich darüber hinaus - umsetzen möchte. Was für die Verwaltung passt, ist für den „Otto-Normal-Bürger“ oftmals verwaltungschinesisch. Beispiel des fünften Punktes im ersten Leitbildbaustein: „Anpassung von Grünzeiten lichtsignalgeregelten Knotenpunkte an sich ändernde Verkehrsströme und die Erfordernisse einer alternden Bevölkerung...“. Das bedeutet vielleicht: Grünphasen müssen länger werden, damit es ältere Leute auf die andere Straßenseite schaffen. Sinnvoll wäre, die zentralen Punkte für die Bürger lesbar und gut verständlich zu machen.

Ergebnis: Klargeworden ist: Hoyerswerda wünscht sich eine Art Koordinierungsstelle für das Ehrenamt bei der Stadtverwaltung, sodass die vielen Vereine und Verbände einen Ansprechpartner haben. Weiterhin wird ein deutlicher Ausbau der Wirtschaftsförderung empfohlen, um Betriebe für Hoyerswerda zu begeistern. Ebenso sinnvoll sei ein Stadtmarketing, das die Vorzüge und Vorstellungen Hoyerswerdas nach außen trägt – um unter anderem auch die Vorzüge der Stadt in den Punkten Wohnen, Kultur und Infrastruktur außerhalb der Stadtgrenzen bekannter zu machen.

Viele Plätze sind am Mittwochnachmittag im Saal der Sparkasse in der Altstadt leer geblieben.
Viele Plätze sind am Mittwochnachmittag im Saal der Sparkasse in der Altstadt leer geblieben. FOTO: Sascha Klein / LR