ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Premierenfeier zum Theaterjubiläum

Mit einer humorvollen Aufführung im Sollschwitzer Kulturhaus glänzte die Theatergruppe "Bratrowstwo" am vergangenen Wochenende und feierte zugleich ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum.
Mit einer humorvollen Aufführung im Sollschwitzer Kulturhaus glänzte die Theatergruppe "Bratrowstwo" am vergangenen Wochenende und feierte zugleich ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum. FOTO: uhz1
Sollschwitz. Am Wochenende feierte "Bratrowstwo" mit zwei Aufführungen in altsorbischer Sprache ihr 25-jähriges Theaterjubiläum. Dafür gab es bei der Premiere von "Der Esser und der Faule" gesungene Glückwünsche vom Chor. Ulrike Herzger / uhz1

Rund 300 Besucher erfreuten sich am vergangenen Wochenende in der Sollschwitzer Gaststätte am Theaterstück "Der Esser und der Faule" in altsorbischer Sprache. Die Premierenbesucher am Samstag hatten dabei auch das Glück, zum Auftakt eine zusätzlich emotionale Stimmung mitzuerleben. Denn die Theatergruppe, die neben dem Chor, eine zuverlässige Säule von "Bratrowstwo" ist, dem Verein katholischer Sorben in der Wittichenauer Pfarrgemeinde, blickt jetzt, im Januar 2017, auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Für dieses stolze Jubiläum gab es gesungene Glückwünsche des Chores und ein herzliches Resümee mit optimistischem Ausblick für die Zukunft von Sonja Rehor, die die Vereinsleitung vor sieben Jahren von Dr. Peter Bresan übernommen hat.

Danach hatten die acht Aktiven des Stücks ihren Jubiläumsauftritt. Die ursprüngliche 100 Jahre alte Humoreske stammte einst aus der Feder des Polen J.A. Fredra, wurde von einer Prager Studentenvereinigung neu bearbeitet und aktuell für die Sollschwitzer Theatergruppe vom einheimischen Benjamin Rehor in die sorbische Sprache übersetzt. Für ihren Auftritt hat die Gruppe gut vier Monate geprobt, wie von ihren Leiterinnen Sonja Rehor und Maria Schweda zu erfahren war.

"Zuerst haben wir uns wöchentlich immer Montag getroffen, die letzten 14 Tage dann täglich", gab Anett Kochta preis, die als Ergotherapeutin arbeitet und schon in drei Aufführungen mitgespielt hat.

Ein bisschen Herzklopfen zeigte sich auch bei Matej Rehor, im Berufsleben Industriemechaniker, der das zweite Mal bei einer Vorstellung dabei war.

Und als Eleve unter den acht Mitwirkenden konnte auch Roland Bresan, wie all die anderen, sein Schauspieltalent beweisen. Wobei viele unter den Zuschauern in ihm den Bäckermeister der Sollschwitzer Mühle erkannten und herzlich über sein plötzlich dickes Erscheinungsbild lachen mussten, denn den "Theaterbauch" hatte er sich mit viel Mühe hinter dem Vorhang umgeschnallt. "Mit verschiedenen Requisiten für die Bühne und diversen Kleidungsstücken bekommen wir Unterstützung vom Sorbischen Theater Bautzen, mit dem wir auch durch unseren Regisseur Martin Brankatschk eine sehr gute Zusammenarbeit haben", verrät die Vereinsvorsitzende. "Und auch die Stiftung für das Sorbische Volk unterstützt unsere Vereinsarbeit. Für die sorbischsprachigen Theateraufführungen können wir daher auch oft eine Simultanübersetzung für unsere deutschen Besucher ermöglichen, weshalb auch sie gern kommen."

Eine Theatergruppe und ein Chor waren schon immer das Fundament von "Bratrowstwo". Der Verein wurde eigentlich am 2. Januar 1898 ins Leben gerufen, dann aber von den Nazis 1938 verboten. Später war es dann zunächst eine Gruppe von vier Mitspielern, die sich im Jahr 1992 im Januar gründete. Der heutige Verein "Bratrowstwo" von Frank Zschorlich, in dem Theatergruppe und Chor die kulturell Aktiven sind, gründete sich am 15. Januar 1994 und feiert seither überregional Erfolge.