Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsaktion der Bertelsmann Stiftung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Bundesgesundheitsministeriums. Nahezu 200 Bewerbungen waren bei der Stiftung nach deren eigenen Angaben eingegangen.
Das Preisgeld in Höhe von 45 000 Euro teilt sich der Stadtsportbund mit dem "Runden Tisch zur Prävention von Kinderunfällen" in Dortmund und "FLUG - Flucht und Gesundheit" in Freiburg, wie die Stiftung informiert.
Der Hoyerswerdaer Stadtsportbund-Geschäftsführer René Dasler hatte nach eigenen Angaben nicht mit einem ersten Platz gerechnet. „Jedes der zwölf Projekte, die es ins Finale geschafft hatten, hätte es verdient gehabt“ , sagte er gestern der RUNDSCHAU. Besonders gewürdigt worden seien bei „Kinder fit machen“ das breite Fundament, auf dem das Hoyerswerdaer Projekt stehe, und dessen Nachhaltigkeit.
Seit Anfang November 2003 arbeitet der Stadtsportbund daran, Kindergarten- und Schulkindern die Freude an Bewegung zu vermitteln und sie für den Vereinssport zu begeistern. Nach Angaben Daslers nutzen jährlich 900 bis 1200 Kinder die Angebote des Programms. Vier hauptamtlichen Trainern, die die Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren intensiv betreuen, stünden Dutzende Ehrenamtliche zur Seite, sagte Dasler. Trainiert würden unter anderem Kondition, die Koordinationsfähigkeit und die Sinne der Kinder. Eng werde dabei mit Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Jugend- und Gesundheitsamt, Krankenkassen und Sportvereinen zusammengearbeitet. „Im Vorschulalter verzeichnen wir seit Projektstart steigende Mitgliedszahlen in den Sportvereinen.“
Rund 100 000 Euro würden pro Jahr für die Umsetzung der Angebote benötigt, sagte Dasler. Etwa 57 000 Euro schieße die Stadt Hoyerswerda zu, der Rest seien eigene Mittel.
Die 15 000 Euro Preisgeld werde der Stadtsportbund in den Ausbau der Projekt-Angebote investieren, kündigte Stadtsportbund-Präsident Jürgen Schröter auf Nachfrage an. „Insbesondere beim Übergang der Kinder von der Kita in die Grundschule, vom Allgemein- zum Spezialsport und bei der Qualität der Gesundheitssportangebote können wir noch mehr tun“ , sagte auch Dasler. Wenn Kinder von der Kita auf die Grundschule wechselten, ändere sich der Standort der Betreuungseinrichtung. Dadurch gingen etliche Kinder dem Projekt verloren, weil Eltern die Fahrwege scheuten.
„Das sind Dinge, die wir jetzt gemeinsam mit den Schulen angehen wollen“ , sagte Dasler. In der vergangenen Woche habe es bereits ein erstes Treffen gegeben, um gemeinsam Ganztagsangebote zu entwickeln.
„Ich denke, dass unser Projekt auch beispielgebend für andere Verbände ist“ , sagte Stadtsportbund-Präsident Jürgen Schröter. „Sich jetzt als Preisträger zurückzulehnen, wäre das Falscheste, was wir tun könnten.“