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| 16:30 Uhr

Bautzen
Positives Fazit zum Landkreis-Geburtstag

Der Landkreis gibt Postkarten mit zehn Motiven heraus. Sie sind demnächst bei vielen öffentlichen Stellen zu bekommen.
Der Landkreis gibt Postkarten mit zehn Motiven heraus. Sie sind demnächst bei vielen öffentlichen Stellen zu bekommen. FOTO: Landkreis Bautzen
Bautzen. Landrat Michael Harig sieht den großen Kreis Bautzen nach zehn gemeinsamen Jahren auf einem guten Weg. Zum Jubiläum werden Postkarten herausgegeben und eine Reihe Veranstaltungen stattfinden. Von Sascha Klein

Es ist der 1. August 2008 und Landrat Michael Harig (CDU) steht vor einer Riesen-Aufgabe. Gerade hat er die Führung eines neuen Landkreises übernommen, des flächenmäßig größten im Freistaat Sachsen. Die Kreise Bautzen und Kamenz sowie die Stadt Hoyerswerda sind zu einem Kreisgebilde verschmolzen – und das mit vielen Bauchschmerzen. Die neuen Kreisgrenzen gehen von Spreetal bis Neusalza-Spremberg, von Ottendorf-Okrilla, bis Neustadt/Spree. Der Landkreis beinhaltet das Lausitzer Seenland, das Zentrum des sorbischen Siedlungsgebietes, das Oberlausitzer Bergland, das stolze, alte Bautzen und ein Stückchen des Dresdner Speckgürtels. Die Interessen zusammenzubringen, das ist nahezu unmöglich.

Heute, zehn Jahre später, zieht Michael Harig – noch immer Landrat des Kreises Bautzen – eine verhalten positive Bilanz. Wobei: Für ihn ist das Glas deutlich mehr als halbvoll. Ob die Fusion der Landkreise allerdings die Erwartungen erfüllt hat? Oder anders: Hat die Fusion etwas gebracht? Michael Harig sagt generell Ja – wobei er auch sagt, dass eine rechnerische Aufschlüsselung kaum möglich ist. Weil in diesen zehn Jahren auch viele Herausforderungen dazugekommen sind. Aber: „Die Fusion hat Finanzmassen und Kompetenzen gebündelt“, betont Harig. Er verweist auf den Bau von Schulen – zum Beispiel in Lohsa, Kamenz, Großröhrsdorf und Cunewalde. Er verweist auf Krankenhäuser, Rettungswachen, Straßen und Brücken – und den jetzt vergebenen Breitbandausbau. Für ihn wäre das in diesem Umfang in den drei alten Konstruktionen – den Kreisen Kamenz und Bautzen sowie einer Kreisfreien Stadt Hoyerswerda – nicht möglich gewesen. Von daher sieht der Landrat die Entwicklung des Groß-Kreises Bautzen durchaus sehr positiv.

Dahinter verbirgt sich ein Gewinnspiel, anlässlich des zehnten Geburtstages des Landkreises Bautzen.
Dahinter verbirgt sich ein Gewinnspiel, anlässlich des zehnten Geburtstages des Landkreises Bautzen. FOTO: Landkreis Bautzen

Wobei er noch ein wenig Bauchschmerzen hat, ist das Zusammengehörigkeitsgefühl im Landkreis. Die Menschen hätten ein Problem, sich mit diesem Gebilde Landkreis zu identifizieren. Sie identifizierten sich eher mit ihrem Heimat- oder Wohnort. Besonders zu spüren gewesen sei das bei der Diskussion um die Heimatkennzeichen. HY, KM und BIW drohten zu verschwinden. Doch für viele war das ein Merkmal von Heimat, an ihrem Auto noch das Nummernschild des Kreises Kamenz oder der Stadt Hoyerswerda zu haben. Mit dem BZ des großen Landkreises konnten viele nichts anfangen. „Die regionale Zugehörigkeit spielt eine große Rolle für die Menschen“, sagt der Landrat heute. Harig hatte das zunächst schwer nachvollziehen können, dass viele Menschen so sehr auf ihr Kennzeichen bestehen. Inzwischen könne er das aber sehr gut nachvollziehen. „Gäbe es ein Kennzeichen für Crostau, würde ich das auch wählen“, sagt er und lacht. In Crostau nahe Schirgiswalde ist Michael Harig zu Hause.

Man muss nur die Frage auf der Rückseite richtig beantworten. Natürlich dreht sich diese um den Landkreis Bautzen.
Man muss nur die Frage auf der Rückseite richtig beantworten. Natürlich dreht sich diese um den Landkreis Bautzen. FOTO: Landkreis Bautzen

Auch in seiner Position als Landrat spürt Michael Harig, dass er im großen Landkreis-Gebilde deutlich weiter weg ist als noch im alten Landkreis Bautzen, in dem er ab 2001 Landrat war. „Die Problemferne hat zugenommen“, betont er im Verwaltungs-Sprech. Was Harig damit sagen will: Im alten Landkreis Bautzen hatte er einen deutlich kürzeren Draht zu Bürgermeistern und anderen Kommunalvertretern. Der alte Landkreis Bautzen hatte 30 Städte und Gemeinden. Mit der Fusion vor zehn Jahren sind 28 dazugekommen. „Vieles erfahre ich heute aus der Zeitung“, sagt Harig. Das sei eine kleine Schattenseite des Großkreises. Trotzdem lobt der Landrat das Miteinander zwischen Kreisverwaltung auf der einen und den Kommunen auf der anderen Seite: „Gemeinsam haben wir den Landkreis gut gestaltet.“ Auch wirtschaftlich stehe der Landkreis Bautzen im Vergleich zu den anderen Kreisen im Freistaat gut da.

Die drei Hauptpreise sind: Rundflüge über den Landkreis, Schnupper-Theater-Abos und Spezialitätenkörbe.
Die drei Hauptpreise sind: Rundflüge über den Landkreis, Schnupper-Theater-Abos und Spezialitätenkörbe. FOTO: Landkreis Bautzen

Zum zehnjährigen Geburtstag bewegt sich die Kreisverwaltung jetzt auf ein neues, multimediales Terrain. Ab sofort ist der Landkreis in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter vertreten. Dort will die Kreisverwaltung einen größtmöglichen Service für die Menschen bieten, die immer öfter auch diese Wege nutzen, um sich zu informieren. Deshalb will die Kreisverwaltung auch diese Kanäle nutzen, um möglichst nah beim Bürger zu sein. Was Fachreferent Tobias Schilling noch nicht abschätzen kann: wie viele Bürger den Dienst nutzen. Welchen Vorteil die Verantwortlichen aber definitiv sehen: Sie können sich mit anderen öffentlichen Stellen online verbinden und damit den Nutzern eine Fülle von Informationen bieten.