Der ursprüngliche Standort liegt mitten im rutschungsbedingten Sperrbereich. Ein Gutachter hatte nach der Messung des Grundwasserstandes den Umzug empfohlen, und der Bergbausanierer LMBV hat dem in Bergen ansässigen Landwirtschaftsbetrieb nun ein Ersatzgrundstück angeboten.

Der Reiterhof mit den dazugehörigen Pferdekoppeln wird nun auf einer etwa zehn Hektar großen Fläche nördlich des künftigen Überleiters 1 - des Kanals zwischen Spreetaler und Sabrodter See - entstehen, rund 1,2 Kilometer vom alten Standort entfernt auf gewachsenem Boden. Wege sind dort teilweise schon angelegt. Zahlen muss die LNW für die Fläche nichts, verpflichtet sich aber, zu investieren. Der Nutzungsvertrag enthält zudem eine Kaufoption, so LNW-Geschäftsführer Dr. Mario Stenske. "Es ist schwer vorstellbar", sagt er, "aber es ist die Lösung, die wir jetzt zum Erfolg führen müssen."

Seit Monaten läuft Terra Nova im Notbetrieb. Die Mitarbeiter betreuen dort die rund 25 Pferde und vier Rinder. Veranstaltungen gibt es keine mehr. Kutschfahrten und Ponyreiten bietet das Terra-Nova-Team auf auswärtigen Festen an. Das Arbeiten vor Ort sei eine Zumutung und Belastung für die Mitarbeiter. Seit kurzem ist nämlich auch die Hauptzufahrt von der B 97 aus verwallt, der Ponyhof schwierig zu erreichen.

Dass die gesperrten Spreetaler Kippenbereiche bald wieder freigegeben werden, daran glaubt Mario Stenske nicht. Momentan kann er nur gut die Hälfte seiner mehrere hundert Hektar großen landwirtschaftlichen Flächen unter Verhaltensauflagen nutzen. Den anderen Teil prüft die LMBV hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Mario Stenske hofft natürlich weiter. "Landwirtschaftliche Flächen sind die wirtschaftliche Basis des Betriebs. Ohne entsprechende Flächen einen Reiterhof betreiben zu wollen, ist illusionär", sagt er. Am neuen Terra-Nova-Standort sollen nun zunächst ein weiterer, weitaus größerer Folienstall als Übergangslösung, später ein Pferdestall mit Reithalle und Sozialtrakt sowie Reitplatz und Longierzirkel entstehen. Ähnlich, wie es der Bebauungsplan für den "alten", provisorisch hergerichteten Reiterhof vorsieht. Zum richtigen Bauen ist es dort nun nicht mehr gekommen.

Auch der neue Reiterhof wird zunächst ein Provisorium sein. Denn für die Fläche muss erst Baurecht geschaffen werden. "Zehn Jahre hat das Verfahren für den alten Bebauungsplan gedauert", bemerkt der LNW-Chef. Immerhin kann er sich Hoffnungen machen, nun mit dem Ponyhof an die Wasserversorgung angeschlossen zu werden. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Sabrodter Siedlung Schwarzlugk. Unklar ist jedoch noch, ob die dort anliegende Leitung für Terra Nova ausreichend ist.

Rund 200 000 Euro kalkuliert Mario Stenske für den Umzug. Die LMBV will das Vorhaben finanziell begleiten; Details kennt er selbst noch nicht. Bis der Betrieb tatsächlich umgezogen ist, wird es noch Wochen dauern, glaubt Mario Stenske. Erst muss die Finanzierung stehen und das Fundament für den großen Folienstall fertig sein. Und auch dessen Auslieferung dauert zwei bis drei Monate.

Lauschig schaut das Fleckchen Erde schon aus, auf dem sich der Ponyhof einmal befinden soll. Grün, von Bäumen umsäumt. "Daraus kann man etwas machen", meint Mario Stenske. Freilich sei der Boden hier nicht ganz so gut, und Teile des Geländes seien nicht überbaubar - aufgrund alter Leitungen in der Erde und des angrenzenden Waldes. Aber um künftige Besucher anzuziehen, dürfte der Standort ideal sein: Er ist durch die nahegelegene, fast fertige Westumfahrung von Spremberg und Schwarze Pumpe (B 97n) gut erreichbar. Der Überleiter 1 mit Schleuse befindet sich in unmittelbarer Nähe, und am Sabrodter sowie Spreetaler See sind Schiffsanleger geplant. Nicht zuletzt führt die Seenlandroute, ein Radwanderweg, der rutschungsbedingt ebenfalls umverlegt werden muss, durch das neue Terra Nova. "Glück im Unglück haben" sagt Mario Stenske.