Nur wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt wohnt Thomas Leberecht gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und seinen beiden Kindern. Diese geben ihm nicht nur den vollsten Rückhalt, sondern auch Kraft. Aus Lohsa wegzuziehen, kam für den 38-Jährigen nie auf Dauer infrage: Nur für seinen Wehrdienst im Marinesicherungsbataillon in Schleswig-Holstein und für seine Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst in Leipzig hat er die Gemeinde Lohsa kurzzeitig verlassen.

Der 38-Jährige ist ein Familienmensch durch und durch. Zahlreiche Fotos vom 20 Monate altem Zwillingspärchen zieren die Wohnzimmerwände. Die Wege sind kurz, so kommt auch sein Vater zwischendurch ins Wohnzimmer, um bei der Betreuung der Zwillinge kurzerhand zu unterstützen.

Ruhig und konzentriert wählt Thomas Leberecht seine Worte. "Ich bin ein Macher, der viel überlegt und Ideen entwickelt", sagt er. So schnell scheint den 38-Jährigen auch nichts auf die Palme zu bringen. Er sei stressresistent, wie er sagt. Bei der Polizei habe er nicht nur Führungskompetenzen erlangt, sondern ist auch im Umgang mit Menschen geschult. Und auch sonst sieht er sich gut für das Amt des Bürgermeisters gerüstet: beispielsweise durch Kenntnisse im Verwaltungs- und Beamtenrecht sowie im allgemeinen und besonderen Polizeirecht.

Da er sich derzeit auf sein Vollzeitstudium zum Polizeikommissar in Rothenburg konzentriert, habe er sein 2013 begonnenes Fernstudium zum Verwaltungsfachwirt vorerst auf Eis gelegt - doch sollte er bald der neue Rathauschef werden, will er dieses in jedem Fall abschließen. Sein schärferes Interesse für das Verwaltungsrecht wurde bereits einige Jahre zuvor geweckt, denn seit 2009 begleitet er aktiv die Gemeindeentwicklung. So ist der 38-jährige Familienvater Mitglied im Gemeinderat und im Verwaltungsausschuss. Zudem ist er seit der Wiederwahl 2014 der 2. stellvertretende Bürgermeister von Lohsa im Ehrenamt. Und noch eine weitere Aufgabe kam im März dieses Jahres hinzu: Seither sitzt Thomas Leberecht für die CDU im Kreistag Bautzen.

Weil er vor allem den Bürgern in seinem Heimatort etwas zurückgeben möchte, hat sich der Vorstandsvorsitzende der Spielvereinigung Lohsa/Weißkollm für die Wahl aufstellen lassen. Wichtige Punkte für den Polizeibeamten sind die Entwicklung und Erschließung der Seen. So auch am Knappensee: "Wollen wir in einer vernünftigen Art und Weise Einfluss auf die Entwicklung nehmen, müssen wir jetzt und nicht erst in fünf Jahren anfangen, hierzu Gedanken zu entwickeln, um nicht irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden", erklärt er. Zudem sei sein Ziel, die Sanierung der Grundschule in Groß Särchen schnellstmöglich fertigzustellen. Und er ergänzt: "Lohsa muss auch weiterhin Oberschulstandort bleiben". Auch an der Umsetzung der Sanierung der Weißkollmer Turnhalle hält er fest. "Diese stellt für mehrere Vereine den wichtigsten Treffpunkt dar", erklärt der 38-Jährige. Für die Zukunft der Gemeinden Lohsa und Spreetal strebt Thomas Leberecht eine intensive Kooperation an, die Vorteile für beide bergen soll. Für das Bürgermeisteramt würde der Lohsaer seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit aufgeben. Eine Entscheidung, die er sich nicht leicht gemacht hat, aber hinter dieser er vollends steht.

Neue Gedanken und ehrgeizige Ideen entwickelt der junge Familienvater in der Natur: sei es beim Laufen, Fahrradfahren oder beim Fußballspielen. Am Wahlsonntag steht für Thomas Leberecht nur ein Höhepunkt in diesem Jahr an. Denn eine Hochzeit ist für August geplant. Kennengelernt hatte er seine Lebensgefährtin bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Nach elf Jahren glücklicher Beziehung will der 38-Jährige seine Partnerin zur Frau nehmen.