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| 02:42 Uhr

Polizei möchte Handwerkern helfen

Polizeipräsident Conny Stiehl (hinten rechts) hat den Unternehmern die aktuelle Kriminalitätslage in Lauta erklärt. Über ein spezielles Präventionsprogramm können sich Unternehmer gegen Diebstahl beraten lassen.
Polizeipräsident Conny Stiehl (hinten rechts) hat den Unternehmern die aktuelle Kriminalitätslage in Lauta erklärt. Über ein spezielles Präventionsprogramm können sich Unternehmer gegen Diebstahl beraten lassen. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Lautas Bürgermeister Frank Lehmann hat am vergangenen Donnerstagabend zum zweiten Unternehmerstammtisch geladen. Als Gast konnte die Polizei, die über Sicherheitsthemen berichtet, begrüßt werden. Nur ein Dutzend Unternehmer nahmen das Angebot an. Anja Guhlan / ang1

Nur ein Dutzend Unternehmer haben am vergangenen Donnerstagabend den Weg ins IBS Laubusch gefunden. Obwohl Lauta über etwa 350 Gewerbeanmeldungen verfügt. Prozentual eine eher geringe Teilnehmerzahl. Dies bemerkte am Abend auch Lautas Bürgermeister Frank Lehmann: "Ich hätte mir mehr Teilnehmer gewünscht. Das Thema Sicherheit wurde beim ersten Stammtisch von vielen Unternehmern ausdrücklich erwünscht."

So schafften es Bürgermeister und Verwaltung, den Polizeipräsidenten der Polizeidirektion Görlitz, Conny Stiehl, nach Laubusch zu holen. Stiehl berichtete über die aktuelle Kriminalitätsentwicklung - unter anderem direkt auch in Lauta. Vor allem Fahrraddiebstähle und Diebstähle in Kellerräumen haben im vergangenen Jahr drastisch zugenommen. So stiegen die Fälle in beiden Bereichen von ungefähr 20 Fällen im Jahr 2014 auf fast 100 im Jahr 2015 an. Das Fatale: Während die Fallzahlen nach oben schnellen, entwickeln sich die Aufklärungsfälle rückläufig. "Wir haben bisher viel getan. Aber vielleicht noch nicht den roten Faden gefunden. Das wird unsere neue Aufgabe sein. Gemeinsam schaffen wir das", erklärt Conny Stiehl. Optimistisch setzt er auf weitere Aufklärung, regt aber auch Bürger und Unternehmer zur Mitarbeit an. Durch mehr Aufmerksamkeit in der Bürgerschaft und auch durch weniger Nachlässigkeit kann Kriminalität gesenkt werden. Rolf Kasper von der Beratungsstelle der Polizei informierte im Anschluss über das Programm "Sicheres Handwerk", wie Unternehmer ihre Immobilie oder ihr Ladengeschäft sicherer machen können (siehe Hintergrund). "Gerne bieten wir auch kostenlose Beratungen und Checks direkt vor Ort an", wirbt Kasper für das Programm, das in Zusammenarbeit mit der Dresdner Handwerkskammer entstanden ist.

Im zweiten Teil des Unternehmerstammtisches wurden kommunale Angelegenheiten mit den anwesenden Unternehmern, wie die Idee eines Tags der offenen Unternehmen oder eines Gestaltungsbeirates, besprochen. Die Wortmeldungen aus Unternehmersicht waren eher karg. Bürgermeister Lehmann appelliert an die Unternehmer für mehr Teilhabe und Engagement. "Ich spüre noch vermehrt Zurückhaltung. Das Rathaus allein kann es nicht schaffen. Nur gemeinsam und mit kreativen Ideen kann etwas bewegt werden."

Der Rathaus-Chef hofft beim dritten Stammtisch am 16. Juni auf eine größere Teilnehmerzahl und auf mehr Interesse aus den Reihen der Lautaer Unternehmerschaft.

Zum Thema:
Die sächsische Polizei bietet für Unternehmer ein Präventionsangebot mit dem Titel "Sicheres Handwerk" an. Dabei will die Polizei vor allem Tipps geben, wie sich Unternehmen vor Diebstählen in Firmengebäuden und auf Baustellen schützen können. Dabei bietet die Polizei als ersten Schritt einen Selbstcheck an, den sich jeder auf der Seite der Polizei im Internet herunterladen kann. Dort können Interessierte prüfen, wie gut sie ihr Hab und Gut gesichert haben. Die Polizei bietet darüber hinaus eine Beratung an. www.polizei.sachsen.de/de/27194.htm