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| 22:05 Uhr

Hoyerswerda
Polizei warnt vor neuer Masche von Autodieben

Beim Autodiebstahl gehen die Täter immer öfter nicht mehr auf die herkömmliche Art wie hier vor. Stattdessen nutzen sie digitale Schnittstellen bei schlüssellos betriebenen Fahrzeugen für sich aus.
Beim Autodiebstahl gehen die Täter immer öfter nicht mehr auf die herkömmliche Art wie hier vor. Stattdessen nutzen sie digitale Schnittstellen bei schlüssellos betriebenen Fahrzeugen für sich aus. FOTO: Fotolia
Hoyerswerda/Bautzen. Täter nutzen jetzt öfter digitale Schnittstellen als Schwachstellen: zum Beispiel bei schlüssellos betriebenen Fahrzeugen. Von Sascha Klein

Die Polizeidirektion Görlitz warnt Autofahrer mit schlüssellos betriebenen Fahrzeugen: Die Technik kann Dieben innerhalb von Sekunden Tür und Tor öffnen. Sollen die „Keyless-Go-Systeme“ den Fahrzeugnutzern ein Plus an Komfort bieten, haben nun auch Autodiebe die digitalen Schnittstellen als Schwachstellen der Sicherheitstechnik ausgemacht, teilt die Polizei mit.

Ein fiktives Beispiel: Herr Anton stellt sein Auto unter dem Carport auf seinem Grundstück ab. Er geht ins Haus und hängt sein Schlüsselbund wie immer an die Garderobe im Flur. Nachts versuchen Unbekannte herauszufinden, wo Herr Anton seinen Transponder verwahrt. Die Täter suchen mit einem Empfänger nach dem digitalen Signal des Autoschlüssels, was dieser permanent versendet. Finden sie es, imitieren sie technisch das aufgefangene Signal und gaukeln der Dekodertechnik des Autos vor, dass es der Besitzer wäre. So öffnen und starten sie das Auto problemlos.

Autoklau in den Kreisen Bautzen und Görlitz: Im Bereich der Polizeidirektion Görlitz sind im Jahr 2016 insgesamt 409 Fahrzeuge gestohlen worden. Für das Jahr 2017 liegen derzeit noch keine abschließenden Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) vor, doch ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der versuchten und auch vollendeten Autodiebstähle in der Oberlausitz deutlich erhöht hat. Wie viele davon Autos mit schlüsselloser Technik sind, ist nicht erfasst. Diebstahl-Schwerpunkt ist der grenznahe Raum zu Polen, insbesondere die Region in und um Görlitz, Zittau und Weißwasser. Aber auch die Mittelzentren Bautzen und Hoyerswerda stehen im Fokus.

Betroffen sind insbesondere Pkw der Volkswagen-Gruppe, also der Marken VW, Audi und Skoda, aber auch Mazda, BMW oder Renault.

Was Autobesitzer tun können, um ihr schlüssellos betriebenes Fahrzeug zu schützen? Die Polizei rät: Alles, was Zeit kostet, mehr Aufwand bedeutet oder die Gefahr erhöht, entdeckt zu werden, kann Diebe abschrecken .An erster Stelle stehe die „Schlüsseldisziplin“. Der Transponder sollte in einem abgeschirmten Behältnis gelagert werden, damit das Funksignal nicht nach außen dringt. Autos sollten in einer verschlossenen Garage abgestellt werden. Ist das nicht möglich, können laut Polizei auch mechanische Sperrbügel oder andere Sperren am verschlossenen Grundstückstor ein Plus an Sicherheit bedeuten. Der Einsatz einer Parkkralle oder einer Lenkradsperre sei ebenfalls sinnvoll. Die Polizei rät auch zum Einsatz alternativer Sicherungsmethoden, beispielsweise mechanische, mit einem Schlüssel verriegelbare Getriebesperren oder versteckt verbaute Möglichkeiten zu Kraftstoff- oder Zündunterbrechung.