Zu einem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Pkw kam es am Donnerstagnachmittag (5. Januar 2023) gegen 16.30 Uhr auf der Spremberger Brücke in Hoyerswerda. Laut Polizei fuhr der 87-jährige Fahrer eines Opel Astra auf der Elsterstraße und wollte von dort nach links auf die Brücke an der Spremberger Chaussee abbiegen. Doch der betagte Senior verwechselte die Fahrbahn und bog auf die entgegenkommende Linksabbiegerspur ab, wo der Geisterfahrer dann mit dem Nissan einer 81-jährigen Autofahrerin frontal zusammenstieß. Ein anderes Auto hatte kurz zuvor noch ausweichen können.

Glück im Unglück: Beide nur leicht verletzt

Am Ende gab es noch Glück im Unglück: Beide Autofahrer wurden bei dem Crash in Hoyerswerda nur leicht verletzt und es entstand nur geringer Sachschaden, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit.
Der Unfall lässt allerdings aufhorchen und erinnert an zwei sehr schwere, ähnlich gelagerte Unfälle, die sich erst vor wenigen Tagen in Sachsen ereignet haben – und nun die Debatte um die Führerscheintauglichkeit von hochbetagten Senioren wieder aufflammen lässt.
Am Mittwoch (4. Januar) war eine 82-jährige Seniorin in Glauchau-Ost falsch auf die Autobahn 4 aufgefahren. Sie raste als Geisterfahrerin Richtung Thüringen und stieß bei Meerane mit einem anderen Auto zusammen. Bei dem Zusammenprall starb die Unfallverursacherin und auch der entgegenkommende Autofahrer (52).

Drei Tote bei Crash mit Geisterfahrer auf der A38

Erst wenige Tage vor Weihnachten hatte sich auf der A38 in Nordthüringen eine ähnliche Tragödie ereignet. Ein 80-Jähriger war laut Polizei mit seinem Auto auf der nach Leipzig führenden Fahrbahn gefahren – jedoch in der falschen Richtung nach Göttingen. Er soll von einem Parkplatz in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren sein. Nach drei Kilometern kam es zum Zusammenstoß mit einem anderen Wagen, in dem ein Mann und eine Frau saßen. Beide starben ebenso wie der 80-Jährige.
Nach solchen Unfällen flammt regelmäßig die Debatte auf, ob sich ältere Fahrer in regelmäßigen Abständen einer Fahreignungsprüfung unterziehen sollten. Im höheren Alter lässt Reaktions- und Sehvermögen nach, die Unfallgefahr steigt. In einigen europäischen Ländern gibt es diese Regel bereits, in Deutschland jedoch noch nicht.
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