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| 02:52 Uhr

"Politik ist das Bohren von dicken Brettern"

In ihrem Garten in Spreewiese genießt Maria Michalk ihre Freizeit.
In ihrem Garten in Spreewiese genießt Maria Michalk ihre Freizeit. FOTO: Sascha Klein
Spreewiese/Hoyerswerda. Der Bundestagswahlkampf 2013 wirft seine Schatten voraus. Die LAUSITZER RUNDSCHAU stellt die Direktkandidaten für den Wahlkreis 156 (Bautzen I) in loser Reihenfolge vor und trifft sich mit ihnen zum Frühstück. Unsere Serie beginnt mit Maria Michalk, die für die CDU seit dem Jahr 2002 im Bundestag sitzt und einen Großteil des Kreises Bautzen vertritt. Sascha Klein

Ein Paradies hinter dem Gartentor - das ist der Rückzugsraum für Maria Michalk. Die 63-Jährige ist dort Privatperson, ist dort Ehefrau, Mutter, Oma. Mindestens einmal im Monat versammelt sie ihre Lieben um sich, gerne auf ihrem Grundstück in Spreewiese (Gemeinde Großdubrau). An vielen anderen Tagen ist ihr Terminkalender randvoll. Um sieben Uhr wird kurz gefrühstückt, wenn sie zu Hause ist. Dann geht es los. Die Oberlausitzerin ist leidenschaftliche Autofahrerin: "Dann kann ich Dinge aufarbeiten, strukturieren, mir überlegen, wie ich sie rüberbringe", sagt sie. Maria Michalk hat inzwischen vier Legislaturperioden im Bundestag hinter sich, eine in Bonn, drei in Berlin. Sie kennt beide Rollen - die der Regierung und die der Opposition. Ab 2005 hat sie als Abgeordnete der schwarz-roten und der schwarz-gelben Koalition die Politik im Land mitgestaltet.

In ihrer Zeit in Berlin hat sie viele Themen mitentschieden, ein Gesetz auf den Weg gebracht, Bauprojekte forciert. "An der Ortsumfahrung Bischofswerda und der Bautzener Westtangente habe ich mir fast die Zähne ausgebissen", sagt Maria Michalk. Der Bundesverkehrswegeplan soll der Lausitz noch weitere Infrastrukturprojekte bringen, auf der Schiene und der Straße. "In der nächsten Legislaturperiode geht es um die Hoyerswerdaer Ostumfahrung", sagt sie. Nach wie vor kämpft sie um die Autobahnanbindung von Hoyerswerda an die A 13. Auf der Schiene bleibt die Strecke Dresden - Görlitz im Fokus.

Im Jahr 1990 war Maria Michalk zunächst überraschend in die erste demokratisch gewählte Volkskammer und später in den Bundestag eingezogen. Nach ihrem Ausscheiden im Jahr 1994 hatte die Lausitzerin ab 1996 sieben Jahre lang das Fortbildungswerk Sachsen in Bischofswerda als Geschäftsführerin geleitet. Im Jahr 2002 trat sie als Direktkandidatin an - und hat seitdem das Mandat dreimal deutlich gewonnen. "2002 wusste ich dann, was auf mich zukommt", betont die fünffache Großmutter.

Nach neun Jahren in Berlin hat sie wichtige Kontakte geknüpft, hat sich einen Namen gemacht im Räderwerk Bundestag. Trotzdem fängt sie bei vielen Projekten zu Beginn jeder neuen Legislatur von vorne an - wie bei der Förderung für das sorbische Volk. Gremien setzen sich alle vier Jahre neu zusammen - immer wieder muss Maria Michalk neuen Kolleginnen und Kollegen erklären, weshalb es wichtig ist, dass ausreichend Geld für die Belange des sorbischen Volks zur Verfügung stehen. Einer, der diese Problematik kenne, sei Wolfgang Schäuble. "Politik ist das Bohren von dicken Brettern", sagt sie. Maria Michalk dokumentiert ihre Arbeit auch für ihre Wähler in der Lausitz. Auf ihrer Internet-Seite füttert sie die Rubrik "EinBlick" wöchentlich mit allem, was sie während der Sitzungswochen in Berlin berät und womit sie sich beschäftigt.

Maria Michalk ist mit 40 Jahren ins Politik-Geschäft eingestiegen. Zuvor hatte sie gelernt, gearbeitet, studiert, drei Kinder großgezogen. "Man braucht schon Lebenserfahrung fürs Parlament", sagt sie. Der Mix aus Jüngeren und Älteren sei wichtig für die Bundestagsarbeit. "Was ich nicht für gesund halte, ist, wenn man von der Schulbank in die Politik geht." Inzwischen hat die gebürtige Merkaerin die Erfahrung zu wissen, wann sie welche Themen setzen kann, welche Unterstützung sie auch aus den eigenen Reihen benötigt und wie sie sie bekommt. Diesen Trumpf will sie bis 2017 ausspielen.

Die Lausitz und die Bundestagswahl lr-online.de/wahl2013

Zum Thema:
Maria Michalk ist im Dezember 1949 in Merka (Kreis Bautzen) geboren. Sie ist seit 1972 Mitglied der CDU. Im Jahr 1990 wurde sie stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Bautzen, Mitglied der Volkskammer und von 1990 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestags. Von 1996 bis 2002 führte sie ein Unternehmen in Bischofswerda. Seit 2002 sitzt sie für die CDU mit einem Direktmandat im Bundestag. Sie ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien. Zudem ist sie Behindertenbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion.