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Plötzlich war da Nummer fünf

Mandy Altmann mit ihren Kindern Laurin und Marcella. Sie haben diese Schildkröte mit Deformierungen am Panzer jüngst zwischen ihren Tieren im Garten gefunden. Woher sie stammt, würde die Hoyerswerdaerin gerne wissen.
Mandy Altmann mit ihren Kindern Laurin und Marcella. Sie haben diese Schildkröte mit Deformierungen am Panzer jüngst zwischen ihren Tieren im Garten gefunden. Woher sie stammt, würde die Hoyerswerdaerin gerne wissen. FOTO: Sascha Klein
Hoyerswerda. Mandy Altmann hat einen Garten am Rande der Stadt. So weit, so normal. Das Besondere ist jedoch: In diesem Garten hat sie ein Paradies für ihre Schildkröten geschaffen. Sascha Klein

Mit jeder Menge Auslauf, Büschen zum Verstecken, einem Häuschen zum Verkriechen und viel frischem Futter. Wenn Mandy Altmann in den Garten kommt, zählt sie erst einmal ihre Griechischen Landschildkröten durch. Napoleon ist da. Picasso ist da. Fee ist da. Freddy ist da. Dann stockt Mandy Altmann. Woher kommt die Fünfte? Die gehört da eigentlich gar nicht hin.

Die 40-Jährige schaut sich das Tier genau an. Spätestens an diesem Punkt wird daraus ein kleiner Tier-Krimi. Denn: Die Schildkröte hat einen deformierten Panzer und offenbar eine Verletzung. Mandy Altmann ist entsetzt: Wo kommt das Tier her? Es kann ja schlecht in den Garten gesprungen sein. Denn: Der Zaun ist normal hoch. Zudem ist er 30 Zentimeter tief in den Boden eingegraben, damit sich die Schildkröten nicht ausgraben. Dazu kommt: Eine weitere Schildkröte, die die 40-Jährige gerade in Pflege hatte, war just an diesem Morgen verstorben.

Mandy Altmann ist eine absolute Tierfreundin. "Ich habe seit 27 Jahren Schildkröten", sagt sie. Durch eine Tierhaarallergie ihrer Mutter habe sie nur Tiere haben dürfen, die weder Haare noch Federn haben. So ist sie auf Schildkröten gekommen. Die erste stammte kurz nach der Wende vom Polenmarkt. "Damals habe ich mir um Artenschutz und so was keine Gedanken gemacht", sagt sie. Heute ist das anders. "Mein Napoleon war damals so groß wie ein Fünf-Mark-Stück." Sie hat die Schildkröte schließlich mit viel Liebe und Mühe aufgepäppelt. Heute kann sie sich ein Leben ohne ihre tierischen Begleiter kaum vorstellen. München, Dresden, Hoyerswerda - in den vergangenen zwei Jahrzehnten sind auch die Schildkröten im Land herumgekommen. Schließlich hatte sie zwei, dann wollten auch die Kinder ihre eigene Schildkröte. So sind es vier geworden.

Aber nun ist da die "Findel-Schildkröte": "Ich behalte sie gerne bei mir", sagt Mandy Altmann. "Ob wir jetzt vier oder fünf Schildkröten haben, ist nicht so wichtig." Was sie nur interessiert: Wieso ist die Schildkröte am Panzer deformiert? Gibt es Papiere für das Tier? Hat das Tier eine Krankheit? Wo stammt es her? "Eigentlich kann nur jemand, der weiß, dass ich Schildkröten habe, das Tier bei mir im Garten abgelegt haben." Was die Hoyerswerdaerin wundert: Ihr Garten ist zum einen nicht leicht zu finden, zum anderen liegt er in einer Sackgasse. "Kaum jemand würde einfach so vorbeikommen." Für sie war das eine gezielte Aktion. Sie ruft deshalb den Besitzer auf, sich zu melden. Damit sie zumindest die Gewissheit hat, dass das Tier gesund ist. Bei ihr bleiben darf es gern.

Wer sachdienliche Hinweise hat, kann sie per E-Mail auch an die RUNDSCHAU senden unter: hoyerswerda@lr-online.de.

Zum Thema:
Griechische Landschildkröten können etwa 50 Jahre alt werden. Ihre Panzerlänge kann bis zu 25 Zentimeter betragen. In freier Wildbahn sind diese Tiere in Süd- und Südosteuropa beheimatet. Aktiv sind Griechische Landschildkröten von etwa März bis November. Den Rest der Zeit halten sie Winterschlaf. Hauptnahrung sind diverse Kräuter wie Löwenzahn, aber auch Möhren.