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| 16:39 Uhr

Pleinair in Hoyerswerda
Mohamad Ata Sheik Abrahem entdeckt die Lausitz

Mohamad Ata Sheihk Abrahem vor der Energiefabrik.
Mohamad Ata Sheihk Abrahem vor der Energiefabrik. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Syrer fotografiert beim Sommer-Pleinair begeistert die Energiefabrik Knappenrode. Von Katrin Demczenko

Nur zwei Künstler, diese aber mit Interesse an der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode, sind vergangenes Wochenende zum offenen Sommer-Pleinair im Sächsischen Industriemuseum Energiefabrik gewesen.

Der Hobbyfotograf Mohamad Ata Sheik Abrahem und seine Freunde sahen zunächst in der Ausstellung „Kunst und Kohle“ Gemälde, die Künstler bei Energie-Pleinairs von 1977 bis 1990 in Tagebauen des Bezirks Cottbus geschaffen haben. Danach suchte der junge Syrer für sich passende Standorte, um mit Kamera, Stativ und verschiedenen Objektiven die hundertjährigen backsteinernen Gebäude komplett oder im Detail zu fotografieren. Mit selbst gemachten Aufnahmen entdeckt er gerade die Lausitz, in die er nach seiner Flucht im September 2015 gekommen war und wo er jetzt sozialversicherungspflichtig in einem Betrieb arbeitet.

Schon einmal hatte Mohamad Ata Sheik Abrahem die Energiefabrik besucht, aber keine Kamera mitgehabt, erzählt er. Die mächtigen roten Gebäude und der grüne Rasen faszinierten ihn. Deshalb nutzte er das Sommer-Pleinair zum Wiederkommen. Begeistert fertigte der 27-Jährige unter freiem Himmel Fotos an.

Hier eignen sich Farbaufnahmen, erklärte der Hobbyfotograf. Gern arbeitet er auch in Schwarz/Weiß, weil das die Konzentration auf die wesentliche Aussage des Bildes fördert. Seinen gebraucht gekauften Fotoapparat will Mohamad Ata Sheik Abrahem besser beherrschen lernen, eine immer professionellere Bildaufteilung wählen und aus Licht sowie Schatten schöne Fotos gestalten.

Schon zu Hause hat der Jurist fotografiert und auch viele kriegsbedingte Zerstörungen seiner Heimatstadt Mareet Messrien in der syrischen Provinz Idlib dokumentiert. Wegen der heftigen Kämpfe dort ist er über die Türkei und Griechenland bis nach Deutschland geflohen. Jetzt lebt Mohamad Ata Sheik Abrahem in Bautzen und ist froh, dass hier Frieden herrscht.

Die freiberufliche Malerin Anita Guske aus Spreetal war beim Pleinair, weil sie durch ihre frühere Arbeit in einem Bauunternehmen Bezug zu technischen Anlagen und Maschinen hat. Unverzüglich begann sie von einem Standpunkt nahe des Kassengebäudes mit dem Zeichenfüllhalter die Silhouette der Brikettfabrik im Skizzenbuch festzuhalten. So wird der Eingangsbereich für Besucher nach dem großen Umbau nicht mehr aussehen, erklärte Anita Guske. Das Anfertigen der Skizzen hilft der Malerin, sich auf die Umgebung einzustimmen und die Zeichnungen sind ihr später Anregung für die Arbeit im Atelier.