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| 01:08 Uhr

Plausible Erklärung für Unfall-Magnet fehlt

Hoyerswerda/Bautzen.. Die Einmündung der Staatsstraße 108 bei Kühnicht zieht Unfallfahrer offensichtlich wie ein Magnet an. Das ist unverständlich für die Verkehrs-Experten der Polizei. Kathleen Weser

Denn die Kreuzung ist übersichtlich - sie hat eine logische Verkehrsführung, eine gute Beschilderung und ist baulich absolut in Ordnung. Polizeihauptkommissar Siegmar Günther, in der Abteilung „Verkehrspolizeiliche Aufgaben“ der Polizeidirektion Bautzen mit Unfallschwerpunkten in und um Hoyerswerda befasst, bestätigt eine Unfallhäufung. Doch die beruhe allein auf individuellen Fahrfehlern, sagt seine Analyse.

Die Unfallserie
29. März 2003: Stadtauswärts kollidiert an der Kühnichter Einmündung ein Fahrzeug mit dem Zwingpfeil. Das zerstörte Verkehrszeichen fällt den zuständigen „Straßenwächtern“ auf. Vom Lenker des Autos keine Spur mehr. Dann bleibt die Kreuzung drei Monate lang unfallfrei.
12. Juli 2003: Ein aus Hoyerswerda kommender Autofahrer nimmt einem 20-Jährigen, der aus Richtung Riegel kommt, die Vorfahrt. Der junge Mann wird bei dem Zusammenstoß schwer verletzt, die Beifahrerin des 69-jährigen Unfallverursachers trägt leichte Blessuren davon.
28. Juli 2003: Ein Fahrer auf der Staatsstraße verweigert einem vorfahrtsberechtigten Pkw-Lenker den Vortritt. Verursacher des Crashs, bei dem nur Beulen an den Blechkarossen zu beklagen sind, ist ein mit 71 Lenzen betagter Fahrer.
13. August 2003: Zweimal kracht's innerhalb einer Stunde an der Einmündung. Verkehrsbedingt müssen die Lenker von vorausfahrenden Autos jeweils halten. Die „Hintermänner“ fahren auf.
19. September 2003: Ein Mercedesfahrer kommt am Abend aus der Staatsstraße kurz hinter Kühnicht von der Fahrbahn ab. Rettungskräfte der Feuerwehr müssen den 58-Jährigen aus dem Unfallwagen herausschneiden.

Einmündung selbst topp
Eine besorgniserregende Bilanz. Doch dass neue verkehrsrechtliche Anordnungen oder gar Baumaßnahmen hier Abhilfe schaffen könnten, sehen die Unfall-Experten nicht. „Die Fahrzeugführer müssen im rechten Winkel auf die Staatsstraße auffahren. Dadurch ist die Sicht nach beiden Seiten hervorragend“ , betont Siegmar Günther. „Da wurde die Verkehrsführung ja schon geändert. Früher durften die Fahrer aus Richtung Kühnicht nach Riegel zu auch die Fahrbahn geradeaus wählen. Sie läuft bekannterweise sehr spitz auf die S 108 zu. Der stumpfe Winkel zwang die Fahrer dann, den Kopf bis fast um 180 Grad zu drehen, damit die Straße eingesehen werden konnte. Durch den Zwingpfleil und die Einbahnstraßen-Regelung wurde die Gefahr bereits ausgeschlossen“ , erklärt er. Siegmar Günther verweist auf das 70er Tempo-Limit und mahnt von allen Kraftfahrern mehr Konzentration und Aufmerksamkeit an.