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| 02:41 Uhr

Plädoyer für gemeinsames Handeln

Sie freut sich auf ihre Ausbildung zur Packmitteltechnologin bei Dunapack: Annemarie Lindner (16) aus dem Wittichenauer Ortsteil Hoske war bei einer Ausbildungsmesse auf das Unternehmen im Industriepark Schwarze Pumpe aufmerksam geworden. Links im Hintergrund Karsten Horn.
Sie freut sich auf ihre Ausbildung zur Packmitteltechnologin bei Dunapack: Annemarie Lindner (16) aus dem Wittichenauer Ortsteil Hoske war bei einer Ausbildungsmesse auf das Unternehmen im Industriepark Schwarze Pumpe aufmerksam geworden. Links im Hintergrund Karsten Horn. FOTO: cw
Hoyerswerda/Schwarze Pumpe. Die Wirtschaftsregion Lausitz kann ihre Probleme nur erfolgreich lösen, wenn alle Partner mit Weitblick zusammenarbeiten. Das sagt der Geschäftsführer der Dunapack Spremberg GmbH & Co KG, Karsten Horn. Die Papierfabrik Spremberg hat gestern ihre neuen Auszubildenden feierlich begrüßt – und zwar bewusst in der Nachbarschaft in Hoyerswerda. Catrin Würz

Diese Geste hat auf jeden Fall auch Symbolcharakter: Die Papierfabrik Spremberg der Hamburger Rieger GmbH und die Dunapack Spremberg GmbH & Co. KG - beide mit Sitz im Industriepark Schwarze Pumpe - haben gestern zwölf neue Auszubildende willkommen geheißen und in feierlichem Rahmen die Ausbildungsverträge überreicht.

Die Veranstaltung hatte bisher stets in Spremberg stattgefunden. Nun war aber erstmals das neue Bürgerzentrum Braugasse 1 in Hoyerswerda der Ort des Festaktes. "Wir sind ein Unternehmen, das weithin in die Region ausstrahlt - das soll sich auch widerspiegeln", sagte Dunapack-Geschäftsführer Karsten Horn.

Die Papierfabrik Spremberg und Dunapack mit derzeit insgesamt 535 Mitarbeitern gehören der österreichischen Firmengruppe Prinzhorn Holding an und zählen zu den zehn größten Industriefirmen der Region. Seit der Gründung der Unternehmen vor elf Jahren wurden am Standort in Schwarze Pumpe Millionen Euro investiert - und es gibt weitere Signale, dass mit einer zweiten Papiermaschine der Standort noch weiter wachsen könnte.

Doch mit Sorge beobachte man die schwierige demografische und wirtschaftliche Entwicklung in der Region. "Wir haben in den vergangenen Jahren gleichbleibend viele junge Menschen ausgebildet - bisher insgesamt 69 -, die auch alle eine Perspektive in unserem Firmenverbund haben. Aber was nutzt dies, wenn um uns herum Handwerksbetriebe wegbrechen und Serviceleister verschwinden?", so Karsten Horn. Um unter diesen schwierigen Bedingungen erfolgreich sein zu können, müsse die Region weiter zusammenwachsen und gemeinsam agieren, forderte er.

Auch Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), die Gast der Veranstaltung war, plädierte für diesen Weg. "Egoismus bringt heute niemanden weiter. Die Kommunen in der Region stehen alle vor den gleichen Problemen, die wir nur als Partner lösen können", sagte sie. Die Region müsse insgesamt ein positives Bild ausstrahlen. Das erfordere ein neues Herangehen, das mit der Lausitzrunde von über 20 Kommunen nun auch initiiert sei.

Weil es auch für die Papierfabrik in den vergangenen Jahren immer schwieriger wurde, in der Region geeignete Bewerber für die angebotenen Ausbildungsplätze in acht Berufsfeldern zu finden, hat das Unternehmen seit 2015 an einem Projekt "Cleveres Köpfchen - Glówka pracuje" teilgenommen. In mehreren Stufen des Projektes wurden junge Menschen aus Polen angeworben, ausgewählt und auf die Ausbildung in Deutschland mit Sprachkursen vorbereitet. Ab September werden demnach nun zwei junge Männer aus Polen zum Papiertechnologen ausgebildet. Insgesamt hatten sich zwölf polnische Schulabgänger bei der Papierfabrik beworben.