Am zweiten Weihnachtstag konnte man im Hoyerswerdaer Schloss diese seit zwölf Jahren bestehende Konzertreihe genießen. Auf dem Programm standen vorwiegend sorbische Musikwerke. Initiatorin und künstlerische Leiterin ist die aus der Lausitz stammende, in Mailand lebende Pianistin Heidemarie Wiesner. Für die Vorstellung hatte sie drei renommierte Künstler eingeladen.

Da war zum einen Paul Rosner, ein Geiger von internationaler Klasse, der am Freitag besonders bei der "Pastorale, Opus 112” von Heinz Roy sein Können auf seiner über 250 Jahre alten Geige demonstrierte. Die Wurzeln des Klarinettisten Daniel Roy liegen in der deutsch-sorbischen Oberlausitz. Und Tanja Donath ist ja sogar mittlerweile den Menschen bekannt, die sich nicht unbedingt für sorbische Musikwerke interessieren.

Die sorbische Mezzosopranistin studierte bei weltberühmten Künstlern wie Norman Shetler und Brigitte Fassbaender, ist in vielen Ländern der Welt aufgetreten und besonders häufig in der Wiener Kammeroper zu sehen und vor allem zu hören.

Im Mittelpunkt des Konzerts, das von nur rund 20 Musikfreunden besucht wurde, standen neben drei Weihnachtsliedern, die von Tanja Donath vorgetragen wurden, zwei Uraufführungen von sorbischen Komponisten. Die Kantilene für Klarinette und Klavier von Ulrich Pogoda sei erst drei Wochen alt, erzählte Heidemarie Wiesner. Die Vertonungen von Wilhelm-Busch- Texten, die aus der Feder von Jan Cyz stammten, seien hingegen schon etwas älter, drei Monate, so die Pianistin weiter. Sie, die bereits als 15-jährige Bautzener Musikschülerin mit Orchester musizierte und 1989 in der Semperoper das Beethoven-Klavierkonzert C-Dur mit der Staatskapelle Dresden aufführte, bekam gleich zu Beginn des Konzerts herzlichen Beifall für das Stück "Etüde As-Dur Op. 25” von Frederic Chopin.

Sehr zu Herzen ging vielen Besuchern das Stück "Tzigane” von Maurice Ravel. Meistergeiger Paul Rosner zauberte Klänge auf seinem Instrument, die mehr als nur beeindruckten.

Besonders erwähnenswert war der Schlusspunkt: Da spielten Heidemarie Wiesner und Heinz Roy sowie Paul Rosner "Der Hirt auf dem Felsen” von Franz Schubert.

Alles in allem war dieses Konzert in seiner musikalischen Vielfalt und Virtuosität ein kultureller Höhepunkt, der weitaus mehr Besucher verdient gehabt hätte.