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Philipp Janek feiert Primiz

Philipp Janek feiert als frisch geweihter Priester erstmals Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde Wittichenau. Am 1. September tritt er eine Stelle als Kaplan im Seelsorgebereich Erlangen West an.
Philipp Janek feiert als frisch geweihter Priester erstmals Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde Wittichenau. Am 1. September tritt er eine Stelle als Kaplan im Seelsorgebereich Erlangen West an. FOTO: M. Kliemank/mak1
Wittichenau. Junger Wittichenauer wird Priester im Erzbistum Bamberg. Seinen ersten Gottesdienst zelebrierte er in seiner Heimatpfarrei. Martin Kliemank / mka1

Am 24. Juni ist der Wittichenauer Philipp Janek in Bamberg zum Priester geweiht worden. In einem feierlichen Gottesdienst im Kaiserdom hatte Erzbischof Ludwig Schick dem 27-Jährigen das Weihesakrament gespendet. Am vergangenen Sonntag feierte der Neupriester nun Primiz (die erste als Hauptzelebrant gefeierte heilige Messe) in seiner Heimatpfarrei. Dort hatte erst vor einem Monat einer seiner Schulfreunde als frisch geweihter Priester erstmals Gottesdienst gefeiert.

Auch für Philipp Janek begann die Feier im Elternhaus - nur 200 Meter von der Pfarrkirche entfernt. Im Wohnzimmer wartete der Neupriester umringt von seiner Familie voller Anspannung darauf, dass der Prozessionszug, der ihn abholen sollte, endlich eintreffen würde.

"Ich weiß, was ich heute alles verkehrt machen kann", erklärte Janek seine Nervosität. Mit diesem Tag stehe er nicht mehr nur "daneben". Er trage nun selbst die Verantwortung für die Messfeier. Dadurch würde er sie anders erleben, war sich Janek sicher.

Sichtlich bewegt verabschiedeten die Eltern Simone und Norbert ihren Sohn. Sie wünschten ihm Freundlichkeit, Güte und offene Augen für die Nöte der ihm Anvertrauten. Als Philipp ihnen einst eröffnet hatte, dass er Priester werden will, seien sie "nicht sehr überrascht" gewesen. "Er war schon damals mehr in der Kirche als zu Hause", erzählt die Mutter und lacht.

Der Weg zum Priestertum schien vorgezeichnet: Philipp Janek stammt aus einer tiefgläubigen Familie. Er war Messdiener, engagierte sich in der Pfarrjugend und begleitete schon als Jugendlicher den Gemeindegesang an der Orgel. Mit seinem Onkel gab es bereits einen Priester in der Familie, einen Wegweiser, ein Vorbild.

2008 begann Janek ein Vorbereitungsjahr auf das Priesteramt in Bamberg. Ab 2009 studierte er Theologie in Erfurt. 2014 ging er zurück nach Bamberg. Er habe dort viele Freunde gefunden und sich schon während des Vorbereitungsjahrs sehr wohl gefühlt. Deshalb wollte er in dem westdeutschen Erzbistum sein Gemeindepraktikum absolvieren. Im September vorigen Jahres stellte ihn der Erzbischof mit der Diakonenweihe offiziell in den Dienst des Bistums.

Zur Primiz waren etliche Bamberger, Wegbegleiter und Freunde nach Wittichenau gekommen. Singend zogen sie angeführt von Ministranten und Bannerträgern vom Elternhaus in die Kirche. Dort gab der Bamberger Domvikar Dieter Jung dem Neupriester in der Predigt mit auf den Weg: "Für die Menschen bist du Diener vor Gott und bist Gottes Diener für die Menschen. Dafür sollst du offen sein, für Gottes Wirken in dir und durch dich."

Philipp Janek dankte zum Abschluss des Gottesdienstes seiner Heimatgemeinde für alle "Anerkennung und Verbundenheit". Er erinnerte daran, wie er vor 18 Jahren mit anderen Kindern zu seiner Erstkommunion eine Blutbuche auf dem Kirchplatz gepflanzt hatte. "Ich danke Ihnen, dass so, wie diese Buche wachsen konnte, ich hier viel gelernt habe, Sie aber auch nicht damit gespart haben, ab und zu manche Triebe zurückzuschneiden." Kaplan Janek versicherte der Gemeinde: "Meine Wurzeln reichen auch über Hunderte Kilometer noch bis nach Wittichenau."

Nach dem zweistündigen Gottesdienst gratulierten viele Gemeindemitglieder dem Neupriester. Kirchenvorstandsmitglied Peter Scholze sagte: "Die ganze Pfarrgemeinde ist stolz, dass du den Weg zum Priestertum eingeschlagen hast. Denn das ist heute nicht selbstverständlich." Hunderte standen nach der Dankandacht am Nachmittag für den persönlichen Segen des Neupriesters an. Die Abendmesse war deshalb extra an einen anderen Ort verlegt worden.