Mehl zu produzieren, das dürfte der Verein Krabatmühle-Schwarzkollm aufgrund hygienischer Bestimmungen nicht. Aber so als Schauvorführung zu besonderen Anlässen für die Besucher, das sei später vielleicht denkbar, meint Tobias Zschieschick, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. "Allerdings staubt das sehr", sagt er, und nicht nur der Mühlenturm, auch die Mühle selbst benötigten hinterher wohl eine Generalreinigung.

Bevor sich am Pfingstmontag die Mahlsteine drehen - Besucher können die Funktionsweise der Geräte von der Schwarzen Mühle aus beobachten - muss Mühlenbauer Gottfried Schumann aus Mulda bei Freiberg noch einmal Hand anlegen. Seit gut einem Jahr hat er aus Teilen zweier alter Mühlen die Technik für die Anlage in Schwarzkollm zusammengebaut. Viele Teile sind original, einiges wurde neu geschaffen.

Im Obergeschoss der Schwarzen Mühle liegen noch unzählige Technikteile kunterbunt durcheinander. Einige werden noch eingebaut, einige werden später dort den Besuchern in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Stilecht bei Veranstaltungen Brandneuer Blickfang in der Schwarzen Mühle ist eine zweisitzige Kutsche. Sie stammt aus Straupitz (Spreewald) und mag "70, 80 Jahre alt" sein, schätzt die Vereinsvorsitzende Gertrud Winzer. Beschäftigte des Förderwerks in Königswartha haben das Gefährt aufgearbeitet, mit dem beispielsweise der Schwarze Müller ganz stilecht bei Veranstaltungen seine Runden drehen wird.

Ein weiterer Höhepunkt des Festes am Pfingstmontag dürfte die Modenschau mit der Kollektion der ehemaligen Hoyerswerdaerin Kornelia Sir werden, die von sorbischen Trachten inspirierte, moderne Kleidung designt hat. Dafür wird auf dem Erlebnishof ein Laufsteg aufgebaut. Nachwuchsmodels hat die Züricherin dafür nach Aussage von Tobias Zschieschick übrigens in der Region gefunden, auch Schwarzkollmerinnen seien dabei.

Und wem der Festtrubel zu viel wird, der kann sich auf den entstehenden Erlebnispfad zurückziehen. Die Arbeiten an dem künftigen, etwa einen Kilometer langen Rundgang haben begonnen, lässt Tobias Zschieschick wissen. Der Knüppeldamm sei größtenteils schon begehbar. Die einzelnen Stationen - Szenen aus der Krabatsage - werden später nach und nach errichtet. Im Sommer nächsten Jahres soll die Anlage fertig sein.

Gluckernde Wasser

Gäste seien jedenfalls schon jetzt sehr an dem ruhigen Fleckchen hinter der Schwarzen Mühle interessiert, erzählt Tobias Zschieschick. Denn moorige Wiesen und das gluckernde Wasser unter dem Knüppeldamm hätten ihren Reiz. Später soll der Pfad bis zur "echten" historischen Mühlenscheune, der Brösing-Mühle, reichen, die auch in Otfried Preußlers Krabat-Roman eine Rolle spielt. Das Gebäude ist baufällig, aber der Verein plant, es so zu sichern, dass es begehbar wird. Wandergesellen sollen dabei helfen. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und weitere Denkmalpfleger waren schon vor Ort. "Die Stiftung könnte sich vorstellen, finanziell zu unterstützen", sagt der Vereins-Vize.

Einige Besucher stehen derweil staunend vor dem Mühlrad, können kaum glauben, dass "das bisschen Wasser", das aus einer Rinne zufließt, ausreicht, um das Rad anzutreiben. Vielleicht lässt sich die Wasserkraft ja noch anders nutzen. Wenn schon kein Mehl produziert wird, dann vielleicht Strom? Gertrud Winzer schmunzelt. Klar habe man schon getüftelt, ob man nicht den Strom für die Mühle selbst erzeugen könnte. Aber dafür müsse zunächst ein Plan her, wo der Strom gespeichert werden könne.

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Programm zum Mühlentag an der KrabatmühlePfingstmontag, 13. Juniab 10 Uhr: Frühschoppen mit den Elsterheide-Musikanten13 Uhr: Blechbläser Kamenz13.30 Uhr: Einweihung der Mühlentechnik14 bis 17 Uhr: Falkner-Flugvorführungab 14.30 Uhr: musikalisches Unterhaltungsprogramm mit Tanzgruppen15.30 Uhr: Modenschau "Trachten mal anders" (Designerin Kornelia Sir, Schweiz)ab 16 Uhr bis gegen 18 Uhr: musikalisches UnterhaltungsprogrammParken: Der in Bau befindliche Parkplatz an der Krabatmühle wird am Pfingstmontag noch nicht fertig sein. Befahrbar ist der äußere Ring für Busse; Autofahrer werden gebeten, ihre Fahrzeuge auf dem Ausweichparkplatz (Wiese) an der Mühle abzustellen.