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Pewo weiter auf Wachstumskurs

Diese Fernwärme-Leitanlage ist nur ein Bruchteil des gesamten Kompaktsystem, das die Pewo Energietechnik GmbH für ein Projekt in der Schweiz gebaut hat. Mit Abwärme aus einer Müllverbrennungsanlage soll eine große Kaserne in Thun beheizt werden – mit Hilfe von Technik aus Neuwiese/Bergen.
Diese Fernwärme-Leitanlage ist nur ein Bruchteil des gesamten Kompaktsystem, das die Pewo Energietechnik GmbH für ein Projekt in der Schweiz gebaut hat. Mit Abwärme aus einer Müllverbrennungsanlage soll eine große Kaserne in Thun beheizt werden – mit Hilfe von Technik aus Neuwiese/Bergen. FOTO: cw
Bergen. Das Energietechnik- Unternehmen aus der Elsterheide beschäftigt inzwischen mehr als 360 Mitarbeiter und macht 40 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Catrin Würz

Die Pewo Energietechnik GmbH mit ihrem Stammsitz in Neuwiese/Bergen ist weiter auf Erfolgskurs. Auch im vergangenen Jahr wuchsen die Produktion und die Anzahl der Mitarbeiter weiter an. "Wir haben unsere selbst gesteckten Ziele alle erreicht", erklärte Pewo-Geschäftsführer Peter Gautsch zufrieden, als der Betrieb beim Start zum Oberlausitzer Unternehmerpreis 2017 kürzlich der Gastgeber war.

Mehr als 18 000 Anlagen und Komponenten für Heiz- und Kühlsysteme im Wert von über 40 Millionen Euro wurden 2016 in den Produktionshallen in der Elsterheide gefertigt. Pro Stunde verließen durchschnittlich fast zehn Einzelanlagen für hydraulische Heiz- und Kühlsysteme den Betrieb - von der Größe eines Aktenkoffers bis hin zum raumgreifenden Komplettsystem für ganze Wohnquartiere oder Stadtteile. Ein Beispiel für die letztere Kategorie ist zum Beispiel ein Auftrag aus der Schweiz. Mit Anlagentechnik aus Neuwiese/Bergen werden künftig in Thun in einer Müllverbrennungsanlage 14 Megawatt Abwärme für ein Fernwärmenetz ausgekoppelt, das eine große Kaserne sowie ein Wohngebiet versorgen wird. Die Anlage gehört zu den größten, die das Pewo-Werk je produzierte.

Seit dem Jahr 2011 hat das inhabergeführte Industrieunternehmen von Firmengründer Egbert Petrick gut zwölf Millionen Euro in Gebäude, Maschinen und Anlagen, aber auch in gut ausgebildete Fachkräfte und in die Forschung und Entwicklung investiert. Das machte es auch möglich, sich neue Wachstumsbereiche zu erschließen, erklärte Peter Gautsch. Das Gebot der Stunde und eine große Herausforderung sei es: die Digitalisierung zu meistern. So arbeite man nicht nur an der 3D-Digitalisierung aller hier produzierten Anlagentypen und Systeme für das werkseigene Archiv, sondern habe auch mit einer bei Pewo entwickelten Cloud-Lösung für die Gebäudeleittechnik Vorsprung bewiesen. Mit dem innovativen System können in Frankfurt/Main, Berlin und München ganze Wohnsiedlungen und Industrieanlagen über das Internet geregelt und gewartet werden. "Wir haben erkannt, dass Energieeffizienz auch ein Datenthema ist", so Gautsch. Aus dem Datenpool der Cloud kann ermittelt werden, wann Trinkwassererwärmung in großen Mengen ein Thema ist und die Anlagen optimieren die Herstellung.

Seitdem Pewo im Jahr 2012 die neue Fertigung im Werk 2 in Betrieb nahm, hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von damals 192 bis heute nahezu verdoppelt. Schon lange geplant ist deshalb der Bau eines neuen Firmenparkplatzes gegenüber dem Werksgelände. Dafür musste ein kleines Waldstück weichen, für das an anderer Stelle zum Ausgleich aufgeforstet wird. Baustart für den Parkplatz wird noch im Mai sein.

Zum Thema:
Aktuell erlernen 16 Auszubildende einen Beruf bei Pewo. In diesem Jahr sollen elf weitere Lehrlinge in den Berufen Technischer Systemplaner, Industriekaufmann, Mechatroniker, Industrieelektriker, Fachkraft für Metalltechnik und Konstruktionsmechaniker eingestellt werden.Erstmals werden duale Studiengänge angeboten: Elektrotechnik, Energie- und Umwelttechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsinformatik.