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| 01:06 Uhr

Per Teleakademie fernab vom Campus studieren

Hoyerswerda.. Wer heute Arbeit hat, hat wenig Zeit. Doch um im Geschäft zu bleiben, sind Arbeitnehmer und -geber auf Weiterbildungen angewiesen. Wer sich qualifizieren möchte, muss in der Provinz oft lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, um zur nächsten Bildungseinrichtung zu kommen. Genau das ist der Punkt, an dem die Teleakademie im Lautech in Hoyerswerda ansetzt. Sie bietet Wissensdurstigen die Möglichkeit, fernab des Campus gemeinsam mit anderen Arbeitnehmern aus Sachsen zu studieren – per Video-Konferenz, Computer und Mikrophon. Von Christiane Klein

„Wir haben hier viele kleine und mittelständische Betriebe mit relativ wenigen Mitarbeitern. Wenn da einer ausfällt, weil er sich weiterbilden möchte, bleibt Arbeit liegen“ , beschreibt André Thun, Koordinator der Teleakademie, das Problem. Auch aus diesem Grund sei es schwierig, in Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf - zu denen auch Hoyerswerda zählt - genügend Teilnehmer für einen Lehrgang zu finden. Die Firmen hätten also bisher nur die Möglichkeit gehabt, weite Wege zu den Seminaren auf sich zu nehmen oder sich die Dozenten für viel Geld ins eigene Haus zu holen.
Die Lösung bietet die Teleakademie: Wenn die Studenten aus Zeitmangel nicht zur Uni fahren können, dann kommt die Uni eben zu den Wissensdurstigen. Studium fernab des Campus quasi.
Im Hoyerswerdaer Lautech sieht das folgendermaßen aus: In einem Büroraum stehen den Teilnehmern mehrere Computer zur Verfügung. Neben dem Lehrerpult ist ein großer Fernseher aufgebaut. Auf ihm ist sowohl der Dozent zu sehen, als auch die Teilnehmer in Annaberg-Buchholz, Torgau, Glaubitz und Niesky. Denn diese vier Städte zählen zu den insgesamt fünf Standorten der Teleakademie. In Hoyerswerda ist die Zentrale. Hier stehen die Server, von hier werden die Daten praktisch gesteuert und verwaltet. Zweimal pro Woche treffen sich die Teilnehmer dann zu festen Zeiten in den Fern-Unis ihrer Städte zum gemeinsamen Büffeln.
Der Einzige, der pendeln muss, ist der Dozent. Denn der sollte nach Möglichkeit im Rotationsprinzip einen der fünf Standorte nach dem anderen besuchen. „So haben die Teilnehmer die Chance, sich auch persönlich an ihren Lehrer zu wenden“ , sagt André Thun. Tauchen in Hoyerswerda Fragen auf, wenn der Dozent gerade in Annaberg-Buchholz lehrt, dann können sich die Teilnehmer ruck, zuck über ein Mikro mit ihm in Verbindung setzen. Doch nicht nur verbal bekommen die Studenten Wissen vermittelt. Auf einer großen Leinwand wird außerdem der Bildschirm des Dozenten abgebildet, so können die Teilnehmer die einzelnen Arbeitsschritte leicht verfolgen.
Bisher steckt die Teleakademie noch in ihren Kinderschuhen. Der erste Lehrgang startete im Juli 2002 und endete in diesem Sommer. „Am Anfang war es relativ schwierig, die ganze Technik zu vernetzen. Keiner war es gewohnt, über Videokonferenzen zu arbeiten“ , erinnert sich André Thun. Doch inzwischen hätten sich die Teilnehmer daran gewöhnt, während des Lernens von der Kamera eingefangen zu werden.
Während die Testphase noch von der EU und vom Freistaat finanziert wurde, soll sich das Projekt künftig nur noch aus Geld von der Europäischen Union und den Teilnehmerbeiträgen tragen. Je nach Umfang des Kurses betragen diese mehrere hundert Euro.

Zum Thema Noch freie Plätze
 Zu folgenden Themen will die Tele akademie demnächst Kurse anbieten:
2 D/3 D CAD/CAM-Software, CNC-Programmierung
Betriebssystem Linux
Projektmanagement
SPS-Speicherprogrammierbare Steuerung
Zukunftssicherung in kleinen und mittelständischen Unternehmen durch praktisches Innovationsmanagement
Interessenten erhalten nähere Infos bei André Thun unter 0 35 71/97 86 16, per E-Mail unter thun@lautech.de oder im Internet unter www.lautech.de.