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| 01:03 Uhr

Peinliche Panne

Wenn dieser Tage Bewerbungen für Jobs in der noch zu errichtenden Solarfabrik das Hoyerswerdaer Rathaus erreichen, so hat dies offenbar noch andere Gründe als bisher bekannt. Wie die RUNDSCHAU jetzt erfuhr, gelangten Anfang Oktober durch eine Panne mehrere Stellenausschreibungen für die Fabrik in die Jobbörse der Agentur für Arbeit im Internet – mit Wissen der Entwicklungsgesellschaft Scheibe (EGS), wie Angelika Kaiser, Chefin der Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung Langzeitarbeitsloser (Arge) Hoyerswerda, gegenüber der RUNDSCHAU bestätigte. Von Tim Albert

Bewerbungen seien aussichtslos, da es noch gar keine offiziellen Stellenausschreibungen gebe, hatte die Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen betont. Und EGS-Geschäftsführer Robert Rys, der auch Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung in Hoyerswerda ist, erklärte in einem Zeitungsinterview: „Obwohl noch keine Stellenausschreibung erfolgte, treffen (...) Bewerbungen ein.“
Korrekt ist diese Aussage allerdings nicht. Vielmehr gab die Entwicklungsgesellschaft Scheibe Anfang Oktober mehrere Stellenausschreibungen für die Solarfabrik an die Hoyerswerdaer Arge, wie deren Chefin Angelika Kaiser berichtet. Ihre Behörde sollte unverbindlich überprüfen, ob es entsprechendes Arbeitskräftepotenzial in der Region gebe. Eine Veröffentlichung war nicht vorgesehen. Jedenfalls zunächst nicht. Das änderte sich laut Angelika Kaiser, als ein privater Arbeitsvermittler bei der Arge vorsprach. Ihm war auch eine Jobausschreibung für die Solarfabrik zugegangen - „und er bat uns, diese für ihn auf unseren Seiten ins Internet zu stellen“ , erinnert sich die Arge-Chefin.
Vor diesem Hintergrund habe ihre Behörde beschlossen, die ihr selbst vorliegenden Ausschreibungen ebenfalls in der Jobbörse der Arbeitsagentur ( www.arbeitsagentur.de) zu veröffentlichen - und zwar mit Wissen der EGS. „Wir haben das der Entwicklungsgesellschaft Scheibe mitgeteilt“ , betont Kaiser. Erst nachdem die Stellen einige Tage im Netz standen, habe die EGS sich eines Besseren besonnen - und darum gebeten, sie wieder heraus zu nehmen. Denn: Der amerikanische Investor, der die Solarfabrik in Hoyerswerda errichten will, hatte die Veröffentlichung der Ausschreibungen noch gar nicht freigegeben.
Die Stellenangebote seien insgesamt etwa zehn Tage online angeboten worden, sagt Angelika Kaiser. Eine peinliche Panne, die weder die Stadtverwaltung noch EGS-Mann Rys in den vergangenen Tagen von sich aus thematisierten. Zumindest letzterem ist der Vorgang aber persönlich bekannt: Es habe sich um „ein Missverständnis“ gehandelt, räumte Rys nach einem Bericht der Ch emnitzer Morgenpost vom 12. Oktober auf Nachfrage ein.