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| 21:32 Uhr

Förderverein packt an
Partwitzer Konsum wird Konsum-Museum

 Seit vergangenem Jahr befindet sich direkt neben dem Klein Partwitzer Dorfkonsum der „XXL-Vereinssitz“ des Förderkreises. Der 3,5 Meter hohe Stuhl mit einer Sitzfläche von 1,3 mal 1,3 Metern wurde im Sägewerk Woschkow (Stadtteil von Großräschen) gebaut. Inzwischen nutzen viele Touristen den „Vereinssitz“ für Fotoshootings. Mathias Kalauka (l.), Norbert Vogt (hinten) und Peter Lehmann sind stolz auf ihren Hingucker.
Seit vergangenem Jahr befindet sich direkt neben dem Klein Partwitzer Dorfkonsum der „XXL-Vereinssitz“ des Förderkreises. Der 3,5 Meter hohe Stuhl mit einer Sitzfläche von 1,3 mal 1,3 Metern wurde im Sägewerk Woschkow (Stadtteil von Großräschen) gebaut. Inzwischen nutzen viele Touristen den „Vereinssitz“ für Fotoshootings. Mathias Kalauka (l.), Norbert Vogt (hinten) und Peter Lehmann sind stolz auf ihren Hingucker. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Klein Partwitz. Der Förderkreis-Verein Klein Partwitz hat das leerstehende Konsum-Gebäude gekauft und damit einen Schandfleck im Ortsbild in Pflege genommen. Neben einem Riesen-Stuhl sind auch eine DDR-Registrierkasse und die unverwüstliche Foron-Kühltruhe schon beschafft. Von Torsten Richter-Zippack

Dem alten Konsum in Klein Partwitz wird ein neues Leben geschenkt. Vom Förderkreis-Verein, der das leerstehende Gebäude, finanziert aus Spendengeldern, gekauft hat. Ein Konsum-Museum soll entstehen. Der erste Stuhl ist schon da.

Mitte der 1970er-Jahre ist das Konsumgebäude in der Klein Partwitzer Ortsmitte errichtet worden. Nach der Wende musste das Geschäft schließen. Dann erwarb ein Stuttgarter die Immobilie, um dort  Lautsprecher herzustellen. Daraus wurde nichts, und das Gebäude im typischen DDR-Stil stand über viele Jahre leer. Bis jetzt.

„Wir haben den alten Konsum mit Spenden gekauft. Er ist jetzt unser Vereinssitz“, erzählt Norbert Vogt, Vorsitzender des Vereins Partwitzer Förderkreis. Per Telefondraht ins Schwabenland sei es gelungen, den Alteigentümer vom Verkauf zu überzeugen. Denn die Immobilie hat sich im Laufe der Zeit zum Schandfleck direkt in der Mitte des ansonsten idyllischen Klein Partwitzer Ortskerns entwickelt. Fensterscheiben waren zerschlagen, die Decke hatte deutliche Wasserschäden, und auf dem Dach wuchsen bereits junge Birken. Mittels mehrerer Arbeitseinsätze des Förderkreises ist das Dach inzwischen dicht und der Konsum im Inneren erst mal hergerichtet.

Dort soll ein Konsum-Museum einziehen. „Quasi von Ata-Waschmittel bis Zetti-Schokolade wollen wir den Leuten Einblicke in die damalige Zeit geben“, erklärt Norbert Vogt. Zwar sei die Einrichtung des Geschäftes nicht mehr vorhanden, doch einige historische Exponate konnten bereits beschafft werden. „Ich habe meine Foron-Kühltruhe gesponsert“, sagt Peter Lehmann vom Verein. Das Exemplar kühle noch immer, könne sich aber nicht mehr herunterregeln. „Ich denke, dieser Defekt lässt sich reparieren“, sagt Lehmann optimistisch. Stolz sei er auch auf seine DDR-Registerkasse. „Die gab es für 20 Euro auf dem Trödelmarkt“, sagt der Klein Partwitzer. „Wir suchen alles, was mit Konsum zu tun hat“, ergänzt Norbert Vogt.

Ein eigenes Museum wert ist auch der Heizungsraum des Konsumgebäudes. Ofen, Rohre, Schalter und Wasserbehälter existieren noch im Charme der 1970er-Jahre. Im Großen und Ganzen funktioniere noch alles. Das Holz habe das Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland beigesteuert. „Wir helfen dort bei naturschutzfachlichen Arbeitseinsätzen“, sagt Norbert Vogt.

In einem weiteren Konsumraum entstehen die Zukunftsvisionen für Klein Partwitz. Genauer gesagt der geplante Partwitzer Seenpark. Dank einer Unterschriftensammlung wissen die Protagonisten, dass der Ort zu 100 Prozent hinter den Projekten steht. Manches, beispielsweise der Dorfstrand, ist bereits umgesetzt. Derzeit werde die Grünschnitt-Fläche unweit des Sendemastes geschaffen.

Mittelfristig wollen die Klein Partwitzer unter anderem mehrere Bootshäuser, vier Landmarken, ein Wildtiergehege, eine Fischzucht, ein Hopfenanbau sowie einen Bienenlehrpfad mit dem ortsansässigen Imker installieren. „Wir Bürger wollen etwas für unseren Ort erreichen“, gibt Norbert Vogt die Marschrichtung vor. Die Gemeinde steht indes hinter dem Vorhaben und besorgt die notwendigen Fördermittel. Ziel sei es, einen sanften, attraktiven Tourismus für das Seenland-Dorf zu entwickeln. „Halligalli wollen und brauchen wir hier nicht“, stellt Vogt klar. Unter Zeitdruck setzen sich die aktuell 14 Vereinsmitglieder indes nicht. Deshalb könne derzeit noch nicht genau gesagt werden, wann welches Vorhaben umgesetzt wird. Auch für das Konsum-Museum gebe es noch keinen Eröffnungstermin. Nur so viel: „In diesem Jahr wird es wohl nicht mehr werden“, so Vogt.

 Bereits seit zwei Jahren lädt der vom Partwitzer Förderkreis hergerichtete kleine Vereinsstrand ein. Dort befinden sich auch mehrere hölzerne Bänke. Wer Lust hat, kann das Areal auch für Partys mieten. Zudem besteht die Möglichkeit, sich diverse Wasserfahrzeuge auszuleihen.....
Bereits seit zwei Jahren lädt der vom Partwitzer Förderkreis hergerichtete kleine Vereinsstrand ein. Dort befinden sich auch mehrere hölzerne Bänke. Wer Lust hat, kann das Areal auch für Partys mieten. Zudem besteht die Möglichkeit, sich diverse Wasserfahrzeuge auszuleihen..... FOTO: Torsten Richter-Zippack