Noch befindet sich die Bucht am Partwitzer See im Dämmerschlaf. Nur selten verirrt sich ein Mensch an den dortigen Strand. Doch das dürfte sich in den kommenden Monaten ändern. Während des Sommers werden nicht nur die Badegäste erwartet, sondern ebenso die Protagonisten vom "1. Segelclub Partwitzer See". Dieser entstand bereits Ende November 2013 aus der Vereinigung des "1. Segelclubs Knappensee" mit dem "Oberlausitzer Segelclub" aus Neukirch. Vereinsangaben zufolge sind der Aufbau eines neuen Bootshauses sowie der entsprechenden Infrastruktur das erklärte Ziel. Und vielleicht könnten bereits in dieser Saison die ersten Regatten auf dem neuen Hausgewässer stattfinden.

Die Gemeinde Elsterheide will indes alles tun, um die Segelsportler zu unterstützen. Bürgermeister Dietmar Koark geht öffentlich davon aus, dass der dafür erforderliche Bebauungsplan in einem überschaubaren Zeitraum über die Bühne gehen kann. Zum Vergleich: Die Bebauungspläne für den Geierswalder See befinden sich bereits seit elf Jahren in der Diskussion. Die Kommune erhoffe sich von der Ansiedlung der Segler eine Initialzündung für weitere Investitionen am Partwitzer See, beispielsweise für die schon seit Jahren vorgesehene Ferienhaussiedlung.

Für den geplanten Schiffsanleger am Segelhafen werde jetzt sogar ein Stück des Badestrandes abgetreten. "Es wird keine Nutzungsüberschneidung geben", stellt Heidrun Eger vom Bergener Bauamt klar. Und der Tourismusverantwortliche der Gemeinde, Matthias Müller, ergänzt, dass die bisherige Austonnung des Badestrandes aus Gründen der Einfachheit auf einer Linie erfolgte. Dies werde nunmehr verändert.

Darüber hinaus sei für den Bau des Schiffsanlegers keine Erteilung einer wasserrechtlichen Genehmigung für den Partwitzer See erforderlich. Zudem besage ein geotechnisches Gutachten, dass der Uferbereich problemlos mit bis zu zweistöckigen Gebäuden bebaut werden könne. Die Zufahrt zur Löschwasserentnahmestelle für die Feuerwehren bleibe auch zukünftig gewährleistet. Allerdings könnten Radler und Fußgänger, die zum Schiffsanleger wollen, diese Straße mit nutzen. Nicht zuletzt sei der Erhalt der Zufahrtsstraße für Autos bis zum bereits bestehenden kleinen Parkplatz oberhalb des künftigen Segelareals gewährleistet.

Bürgermeister Dietmar Koark stellt allerdings klar, dass in diesem Jahr voraussichtlich noch keine dauerhaften Gebäude auf dem Strand-Areal errichtet werden können. Stattdessen setze die Gemeinde Elsterheide auf Übergangslösungen, ähnlich wie bereits vor Jahren am benachbarten Geierswalder See. Diese baulichen Provisorien könnten dann nach und nach festen Gebäuden weichen.