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Hoyerswerda. Eine neue Messe soll die Wirtschaftslandschaft in der Region bereichern: Die Senftenberger Larus GmbH will Ende Oktober in Hoyerswerda die erste IT-Netzwerk-Messe der Lausitz veranstalten. Die "Zuse Expo" soll Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen aus Sachsen und Brandenburg werden. chk1

Im Fokus steht die Vernetzung von Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Institutionen.

Das Konzept steht, der Veranstaltungsort ist gebucht und die ersten namhaften Kooperationspartner sitzen im Boot. Diese Zwischenbilanz zieht Sven Reichel, Geschäftsführer der Larus GmbH und Initiator der ersten "Zuse Expo". Die Messe soll am 28. und 29. Oktober mit rund 70 Ausstellern aus Sachsen und Brandenburg in der Lausitzhalle stattfinden. Als Schwerpunkte sind Themenkomplexe wie Sicherheit und Datenschutz, Visualisierung, digitale Medien, vernetztes Leben, E-Processing und das Internet der Dienste geplant. Sven Reichel hat eine große Vision: "Wir möchten die Lausitz zu einer IT-Region für den Mittelstand entwickeln." Die "Zuse Expo" - die sich im Namen an den Computervater Konrad Zuse anlehnt, der einige Zeit in Hoyerswerda lebte - soll das Fundament dafür bilden. Ziel ist es, IT-Unternehmen, potenzielle Kunden und Fachkräfte in spe an einen Ort zu holen. "Wir wollen die Branche stärken, Kooperationen anregen, die Kompetenzen der Unternehmen präsentieren, die Möglichkeit zur Personalakquise geben und insgesamt aktive Netzwerke bilden", sagt der 35-jährige Senftenberger. Der Unternehmer ist selbst in der Branche tätig und weiß zum einen um die Stärken vieler IT-Firmen in der Lausitz. Zugleich litten diverse regionale Unternehmen im Informations- und Kommunikationsbereich aber unter Konkurrenzdruck und Preisdumping. Der studierte Informatiker will daher über die "Zuse Expo" zur Clusterbildung anregen: "Wenn die einzelnen Unternehmen der Branche sich besser kennenlernen, können sie ihre Kompetenzen bündeln und zum Beispiel Bietergemeinschaften bilden." Der Vorteil: Im Kampf um Aufträge würden Firmen nicht mehr versuchen, alles aus eigener Hand zum kleinsten Preis zu bieten, sondern könnten zum Projekt jeweils das beitragen, was sie am besten können.

Die "Zuse Expo" soll jedoch mehr als Plattform zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch für Unternehmen der Branche sein. Das erklärte Ziel von Sven Reichel und Projektleiterin Petra Demuth ist es, mit der Messe potenzielle Kooperationspartner, Experten, Fachkräfte, studentische Praktikanten, Produzenten, Entwickler, Forscher und Kunden an eine Adresse zu holen. Damit soll die "Zuse Expo" damit auch ein Stück weit der Personalakquise dienen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Fachvorträge zu verschiedenen Themen.

Ein Höhepunkt der ersten "Zuse Expo" steht bereits fest: Im Rahmen des 12. Lausitzer Existenzgründer Wettbewerbs Lex wurde ein Sonderpreis "IT-Award" für das beste Unternehmenskonzept in der IT-Branche ausgeschrieben. Die Preisverleihung soll im Rahmen der "Zuse Expo" stattfinden. Zu den Partnern gehört auch Andrea Prittmann, Koordinatorin des Projektes Konrad-Zuse-Computermuseum. Sie begrüßt die Messe-Pläne. Das Museum wolle mit einigen Exponaten Computertechnik aus den Anfangsjahren auf der Messe präsentieren, das Rahmenprogramm für Schulklassen und Jugendlichen gestalten und im Museum selbst Räumlichkeiten für Kennenlern-Treffen oder eine Abendveranstaltung zur Verfügung stellen.

Auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern sind die Veranstalter derzeit nach eigenen Angaben unter anderem mit dem Verband der IT- und Internetwirtschaft in Berlin und Brandenburg und dem sächsischen Verein Silicon Saxony im Kontakt. Anfang Mai nimmt die Larus GmbH außerdem mit einem Beitrag an der Brandenburger Regionalkonferenz der "Initiative neue Qualität der Arbeit" teil.