Von Anja Guhlan

„Ich bin schon sehr enttäuscht“, sagt Frank Fichtner, der Bauamtsleiter der Gemeinde Spreetal.  Seit der Fertigstellung im Oktober 2016 wurden die beiden Parkplätze am Spreetaler See an der Bundesstraße 97 oft – in Fichtners Augen zu oft – von Lkw missbraucht.

Gerade der  erste Parkplatz aus der Richtung Hoyerswerda hat dabei Schaden genommen. „Er ist er bis 3,5 Tonnen begrenzt. Ein entsprechendes Verbotsschild steht direkt an der Einfahrt“, beschreibt es Frank Fichtner. Es ist eigentlich ein öffentlicher Parkplatz für 74 Pkw. Doch regelmäßig parken dort schwere Lastkraftwagen. Wahrscheinlich beim Wenden, wenn diese wieder von der Fläche fahren wollen, passiert es: Borde, die in Beton gesetzt wurden, werden zerstört. Für den Bauamtsleiter ärgerlich. „Es sind weniger die Kosten für die Borde, viel mehr ist es der enorme Arbeitsaufwand, der bei einer Reparatur ansteht.“  Momentan sehen die zerfahrenen Borde einfach nur unschön aus.

Auch der zweite Parkplatz ein paar Hundert Meter weiter wird regelmäßig missbraucht. 28 Pkw- sowie  fünf Bus-Stellplätze sind dort vorhanden. Schon an der B 97 weist ein Schild darauf hin, dass dort keine Lkw parken dürfen. Auch an der Einfahrt steht nochmal ein Schild. Doch trotzdem stehen dort regelmäßig Lkw.  „Zum Glück haben wir auf diesem Parkplatz noch keine großen Schäden zu verbuchen. Er ist durch die Bus-Stellplätze auch ein wenig tragfähiger“, erläutert Fichtner.  Dennoch ...

Nun sollen bald Höhenbegrenzer die Einfahrt von Lastkraftwagen verhindern. „Wir haben vor jeweils bei der Ein- und Ausfahrt etwa 3,50 Meter hohe Höhenbegrenzer aufzustellen. Die Durchfahrt wäre dann auf 3,20 Meter begrenzt“, erklärt Fichtner.

Beide Parkplätze liegen derzeit in einer ruhigen Zone und sind zudem unbewacht, denn am Spreetaler See passiert noch nicht viel. Das hat bisher viele Lkw-Fahrer gelockt, die wahrscheinlich ihre Ruhezeiten auf den Parkplätzen verbracht haben.

„Es ist schade, dass der See noch nicht genutzt werden kann“, bedauert Fichtner. Seit Jahren wartet die Gemeinde hier auf eine Freigabe durch den Bergbausanierer LMBV. Wäre  der Spreetaler See bereits freigegeben, hätten sich bestimmt schon einige potenzielle Investoren in der Nähe angesiedelt und die Stellflächen wären mehr genutzt und hielten mehr Lkw-Fahrer ab, so Fichtner. Gerade mal die Gemeindearbeiter, die regelmäßig die Parkplätze säubern, oder der Verein Wassersportzentrum Spreetaler Ostküste gucken gelegentlich auch auf  die beiden Areale.

Zum Bedauern der Gemeinde wurden in der Nähe der Parkplätze auch Vandalismus-Schäden bemerkt. Dreiste Diebe hatten es im vergangenen Jahr um Weihnachten herum auf die LED-Aufsätze der Laternen am Radweg abgesehen. Dabei knickten sie etliche Laternenmaste um und entwendeten die Aufsätze. „Das ist dann doppelt ärgerlich, weil die Diebe hier ungestört handeln konnten“, sagt Fichnter. Er hofft erneut auf eine Belebung am Spreetaler See. Vielleicht würde das auch Vandalen abhalten. Eine mögliche Belebung wird aber leider noch ein paar Jahre dauern, glaubt er.