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Panzertransport
Panzertransport setzt seine Reise fort – erneut mit Problemen

Bautzen. Die Panzer auf dem Rastplatz Oberlausitz Oberlausitz Nord sind umgeladen worden. Allerdings fehlte plötzlich ein Sattelzug.

In der Nacht zu Freitag haben alle sechs am Dienstag von der Polizei gestoppten Schwerlastgespanne mit Panzerhaubitzen der US-Armee auf der A 4 ihre Reise fortsetzen können – allerdings doch noch mit einem Problem auf der Zielgeraden. Für die Verkehrspolizei endete damit ein beinah 60 Stunden andauernder Einsatz. allerdings gab es noch einmal Problme mit dem Konvoi auf der Zielgeraden.

Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion hatte den Konvoi am Dienstagmittag an der Rastanlage Oberlausitz-Nord bei Salzenforst gestoppt. Eine Kontrolle ergab einige ordnungswidrige Mängel. Daher untersagten die Schwerlastexperten dem Spediteur die Weiterfahrt. „Es lag nun an ihm, geeignete Auflieger für die schwere Fracht sowie sogenannte BF-3 Begleitfahrzeuge heranzuführen und die erforderlichen Transportgenehmigungen bei der Straßenverkehrsbehörde zu erwirken“, so Polizeisprecher Thomas Knaup.

Soldaten der US-Armee luden dann die Panzerhaubitzen vom Typ M 109 am Donnerstag auf dem Autobahnrastplatz um. Dabei unterstützte eine Streife des Verkehrsüberwachungsdienstes und beriet die Fernfahrer, wie die Ladung auf den Aufliegern positioniert und gesichert werden könne. Anschließend wurden die Gespanne erneut gewogen und ihnen dann die Freigabe zur Weiterfahrt erteilt.

Allerdings kam am Donnerstagabend das Unternehmen noch auf der Zielgeraden für einen Moment ins Stocken. Denn den Beamten fiel auf, dass der Unternehmer sie „übers Ohr“ zu hauen versuchte, berichtet Thomas Knaup weiter. Während der Umladearbeiten an der Rastanlage Oberlausitz war ein Fernfahrer mit seiner Sattelzugmaschine – erlaubterweise – davongefahren. „Nun hatte der Spediteur jedoch ein Problem, denn die beladenen Gespanne standen abfahrbereit in den Startlöchern. Doch zu den insgesamt sechs Tiefladern standen nunmehr nur noch fünf geeignete Sattelzugmaschinen zu Verfügung“, erklärt der Polizeisprecher.

Der Unternehmer griff zu einem so nicht zulässigen Trick. Er ließ eines der freigegebenen Gespanne bis zum etwa 20 Kilometer entfernten Parkplatz Rödertal bei Ohorn vorfahren. Dort sattelte der Fernfahrer den Auflieger mitsamt der Panzerhaubitze ab und fuhr ohne diese zur Rastanlage Oberlausitz zurück. Hier meldete er sich bei den Polizisten als das sechste, noch fehlende Zugfahrzeug.

„Dieses Vorgehen ist jedoch nicht zulässig, denn bei genehmigungspflichtigen Großraum- und Schwerlasttransporten bilden die Ladung und das Fahrzeug samt seiner Zugmaschine eine zusammengehörige Einheit“, erklärt dazu Thomas Knaup. „Dieser Verbund darf auch mit Blick auf die bereits erteilte Transportgenehmigung nicht ohne weiteres verändert werden.“

Zeitgleich entdeckte eine Streife der Autobahnpolizei den bei Ohorn zurückgelassenen Auflieger mit dem geladenen Panzer und informierte die Streife des Überwachungsdienstes. Um zu verhindern, dass ein nicht zulässiges Zugfahrzeug den Auflieger aufsatteln und davonfahren würde, sicherten die Polizisten die Ladung und das Fahrzeug mit einer massiven Kette vor unbefugter Inbetriebnahme.

Dem Spediteur lasen die Beamten die Leviten, denn er hatte versucht, die ihm helfend zur Seite stehenden Beamten hinters Licht zu führen – und dabei erneut die Weiterfahrt des Transports aufs Spiel gesetzt. Ob das Handeln ebenfalls als Ordnungswidrigkeit zu werten ist, wird die Bußgeldstelle der Landesdirektion zu entscheiden haben.

Der zwischenzeitlich entschwundene Fernfahrer kam im Laufe des späten Abends zur Rastanlage Oberlausitz zurück, wo er seinen zugehörigen und abfahrbereit stehenden Auflieger aufsattelte und zusammen mit den fünf übrigen Gespannen die Weiterreise antrat.

„Abschließend betrachtet gehörte dieser Schwerlasttransport aus Sicht der Polizei sicherlich zu den negativen Erlebnissen im grenzüberschreitenden Transportgewerbe und wird den eingesetzten Beamten auch aufgrund seiner Komplexität im Gedächtnis bleiben“, schätzt Thomas Knaup ein. Über die rechtlichen Folgen für die Fernfahrer und den Unternehmer wird die Bußgeldstelle zu befinden haben. „Bleibt zu hoffen, dass noch anstehende vergleichbare Transporte in Zukunft professioneller geplant und durchgeführt werden“, so der Polizeisprecher.