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| 13:00 Uhr

Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote auf Niveau der 90er

Bautzen. Chef der Bautzener Agentur schätzt Arbeitsmarkt als „robust“ ein und geht davon aus, dass das 2018 so bleibt. Trotzdem haben es Langzeitarbeitslose und junge Leute ohne Berufsschullabschluss schwer.

21 383 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt; Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2016 um 11,7 Prozent; 12 287 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, die die Agentur für Arbeit Bautzen akquirierte, was 3,7 Prozent mehr sind als im Vorjahr – das sind die Eckdaten des Rückblicks auf den ostsächsischen Arbeitsmarkt 2017.

„Im Jahr 2017 entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen weiter positiv“, schätzt Thomas Berndt, Vorsitzender der Geschäftsführung, ein. „Die Arbeitslosenquote sank im Jahresdurchschnitt auf den niedrigsten Wert seit den neunziger Jahren. Meine Mitarbeiter akquirierten so viele Arbeitsstellen von den Unternehmen der Region wie nie zuvor und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg weiter an.“

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren im Agenturbezirk Bautzen 21 383 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2835 Personen oder 11,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag bei 7,5 Prozent. 2016 betrug sie noch 8,4 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) waren 2017 im Schnitt 6058 Menschen arbeitslos gemeldet, 483 weniger als 2016. Im Bereich der Grundsicherung, die in alleiniger Verantwortung der Landkreise Bautzen und Görlitz organisiert ist (Rechtskreis SGB II), waren im Jahresdurchschnitt 15 325 Arbeitslose registriert – 2353 weniger als 2016.

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich nach ersten Hochrechnungen 2017 auf durchschnittlich insgesamt 27 906 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 3282 Personen oder 10,5 Prozent. „Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Jahr 2017 durchschnittlich bei 9,6 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand der letzten Jahre“, heißt es weiter im Bericht der Bautzener Agentur für Arbeit.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die Zahl der Arbeitnehmer, welche im Agenturbezirk Bautzen bei den Unternehmen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ist von Juni 2016 bis Juni 2017 um 1834 auf 196 410 gestiegen. Das ist ein Plus von 0,9 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage

Im Jahr 2017 hat der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Bautzen 12 287 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 433 mehr als 2016, akquiriert.

Arbeitsmarktpolitik

Insgesamt investierte 2017 die Agentur für Arbeit Bautzen 24,9 Millionen Euro zur Integration von Menschen in Arbeit oder Ausbildung. Ihr zufolge lag dabei der Schwerpunkt lag insbesondere auf der Qualifizierung. Dafür wurden rund 11,6 Millionen Euro ausgegeben. Im Jahr 2017 begannen 2185 Weiterbildungen.

Mit Eingliederungszuschüssen wurden 1831 Beschäftigungsaufnahmen unterstützt und Haushaltsmittel in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro ausgegeben. Für die Integration Jugendlicher in Ausbildung wurden 3,6 Millionen Euro investiert, unter anderem für Berufsorientierung und -vorbereitung sowie Stützunterricht in Theorie und Praxis.

Ausblick auf 2018

„Ich gehe davon aus, dass der Arbeitsmarkt im Jahr 2018 robust bleiben und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region weiter ansteigen wird“, sagt Thomas Berndt. „Trotz der robusten Arbeitsmarktlage haben es einige Personengruppen schwerer, wieder in Arbeit zu kommen. Rund jeder zweite Arbeitslose in der Region ist langzeitarbeitslos und jeder fünfte hat keinen Berufsabschluss.“ Deshalb bleibe für Arbeitsagentur und Jobcenter noch viel zu tun. „Jeder Arbeitslose ist einer zu viel. Meine Mitarbeiter werden sich deshalb auch im Jahr 2018 auf die Menschen konzentrieren, die besondere Unterstützung benötigen, wie Langzeitarbeitslose, Menschen mit Handicap, Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sowie geflüchtete Menschen“, so Thomas Berndt.

Für das Jahr 2018 hat die Agentur für Arbeit Bautzen rund 29 Millionen Euro für die Eingliederung in Arbeit und Ausbildung zur Verfügung. Die passgenaue Qualifizierung sei weiter ein Schwerpunkt ihrer Arbeit – um Menschen fit für den Arbeitsmarkt zu machen und Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen. Dafür sind Haushaltsmittel von zwölf Millionen Euro vorgesehen. Weitere sechs Millionen Euro sind für Eingliederungszuschüsse vorgesehen. Zur Integration Jugendlicher in Ausbildung sind vier Millionen Euro eingeplant.

(dh)