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| 19:23 Uhr

Eisenbahnfreunde
Ostsächsische Eisenbahnfreunde mit vollem Programm

Die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde – hier Vorsitzender Alfred Simm – sind jetzt stolzer Besitzer der Bautzener Museumsdampflok sowie des dazu gehörenden Betriebsbuches.
Die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde – hier Vorsitzender Alfred Simm – sind jetzt stolzer Besitzer der Bautzener Museumsdampflok sowie des dazu gehörenden Betriebsbuches. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen/Löbau. Neben zahlreichen Sonderfahrten soll auch die Bautzener Dampflok auf Vordermann gebracht werden. Ihre Inbesitznahme war abenteuerlich. Von Uwe Menschner

Der Verein Ostsächsische Eisenbahnfreunde hat seinen offiziellen Vereinssitz von Bautzen nach Löbau verlegt und seine Satzung angepasst. „Sie stammte noch aus dem Jahre 1990 und hätte die Rechtssicherheit beispielsweise von Wahlen nicht mehr garantiert“, erklärt der Vereinsvorsitzende Alfred Simm.

 Sonderfahrten das ganze Jahr

Die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde bieten 2018 insgesamt 15 Sonderfahrten an. Diese führen unter anderem zum R.S.A.-Festival nach Schwarzenberg (am 2. Juni), in die Filmstadt Babelsberg (am 15. September), zum Tagebau Nochten und Kraftwerk Boxberg (am 25. September) sowie nach Mlada Boleslav (am 16. Oktober). Das vollständige Programm ist im Internet unter www.osef.de einsehbar. Im vergangenen Jahr nutzten mehr als 5500 Fahrgäste die Angebote des Vereins, wobei allein im Rahmen des Tages der Sachsen in Löbau mehr als 3000 Mitreisende gezählt wurden.

Was auffällt: Nur eine Fahrt führt in diesem Jahr ins Lausitzer Braunkohlerevier, das in den Vorjahren stets Ziel mehrerer Touren war. „Durch den Eigentümerwechsel haben sich auch für uns die Ansprechpartner geändert, sodass wir erst wieder zueinander finden müssen“, erläutert Alfred Simm. Umso mehr Mühe wollen er und seine Mitstreiter in den „Trip“ zum Tagebau und zum Kraftwerk investieren. Beides erreichen die Eisenbahnfreunde über das Werkbahnnetz der Leag.
Fuhrpark nur zum Teil fahrbereit

 Für die Fahrten kommen neben gemieteten Lokomotiven die vereinseigene Diesellok der Baureihe 112 sowie der als „Ferkeltaxe“ bekannte Triebwagen aus DDR-Produktion zum Einsatz. Darüber hinaus verfügen die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde über zwei Dampflokomotiven, die allerdings derzeit nicht fahrbereit sind. Ebenfalls zum Bestand  zählt nunmehr die berühmte Bautzener Museumslok 52 80 56-5, die im September 2017 in einer Aufsehen erregenden Aktion von ihrem alten Standort am Bahnhof auf die Packhofstraße versetzt worden war.

Mittlerweile befindet sich auch das Betriebsbuch der Lok im Besitz der Eisenbahnfreunde. „Es war auf Ebay illegal zum Verkauf angeboten worden. Dies hatten wir bemerkt und bei der Deutschen Bahn AG angezeigt. Diese machte den Anbieter darauf aufmerksam, dass er fremdes Eigentum versteigern wolle. Daraufhin gab er es ganz schnell zurück“, freut sich Alfred Simm. Er hofft jetzt darauf, dass sich innerhalb des Vereins eine Interessengemeinschaft gründet, welche die Museumslok unter ihre Fittiche nimmt, denn: „Zu tun gibt es da jede Menge.“
Stellwerk jetzt in Vereinsbesitz

Der Verein hat seine Liegenschaften rund um das Löbauer Maschinenhaus wiederum durch Zukauf erweitert. „Es handelt sich insgesamt um den dritten Grundstückskauf, sodass sich unsere Fläche auf deutlich über drei Hektar erweitert hat“, erklärt Alfred Simm. Möglich machten dies – ebenso wie die zahlreichen anderen, teils durchaus kostenintensiven Aktivitäten – „eine Vielzahl von Unterstützern, die uns teils mit größeren, teils mit kleinen Summen helfen“.

Mit zum Neubesitz zählt das frühere Stellwerk 5/6, das seit der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks auf der Strecke Dresden-Görlitz funktionslos ist und leer steht. „Leider sind die Bauschäden größer als vermutet, sodass hier viel Arbeit auf uns wartet“, betont der Vorsitzende. Doch das sind die Eisenbahnfreunde ja gewohnt … Zum alljährlichen Vereinshöhepunkt, den Maschinenhaustagen (12. und 13. Mai), sollen erste Einblicke gewährt werden.