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| 02:41 Uhr

Ostrock, Blasmusik und ein Credo

Sie sind die "Macher" des wiederbelebten Bergmannstages in Hoyerswerda: Maria Opitz und Eberhard Friese vom Traditions- und Förderverein "Glückauf Schwarze Pumpe" sowie Gastwirt Thomas Eckhardt (r.) vom Irish Pub "Black Raven".
Sie sind die "Macher" des wiederbelebten Bergmannstages in Hoyerswerda: Maria Opitz und Eberhard Friese vom Traditions- und Förderverein "Glückauf Schwarze Pumpe" sowie Gastwirt Thomas Eckhardt (r.) vom Irish Pub "Black Raven". FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Der erste Sonntag im Juli wurde zu DDR-Zeiten in Hoyerswerda immer groß und festlich als "Tag der Berg- und Energiearbeiter" begangen. Mit dem Zusammenbruch der Braunkohleindustrie in den 1990er-Jahren und den damit verbundenen Massenentlassungen im ehemaligen Gaskombinat Schwarze Pumpe verschwand dieses Volksfest, das eine ganze Berufsgruppe geehrt hat. Katrin Demczenko / dcz1

Mindestens die letzten 15 Jahre fand es nicht mehr statt, sagte Thomas "Ecki" Eckhardt. Der Wirt des Irish Pub "Black Raven" in Hoyerswerda wollte das ändern. Er organisierte eine Bergmannstag-Feier auf der Freifläche seiner Gaststätte, um wieder an den Grund zu erinnern, weshalb vor 60 Jahren der Aufbau von Hoyerswerda-Neustadt einst begonnen hatte. "Noch hängen doch eine Menge Jobs an der Kohle und die von der Politik verordnete Energiewende darf nicht auf dem Rücken der Lausitzer ausgetragen werden", ist das Credo, unter das der Gastwirt die sonntägliche Veranstaltung mit Musik, Information und Begegnung stellte.

Maria Opitz und Eberhard Friese vom Traditions- und Förderverein "Glückauf Schwarze Pumpe" unterstützten dieses Anliegen. Sie waren mit einem Stand und einer Fotoausstellung über die Anfänge des Gaskombinates (GSP) und der Hoyerswerdaer Neustadt an der Veranstaltung beteiligt. An ihrem Stand waren Skatspiele mit dem GSP-Schriftzug, originale Aufbau-Nadeln für verdienstvolle Werktätige, Bücher über das Werk aus der DDR-Zeit und verschiedene Gedenkbriketts zu haben. Mitglieder des Vereins haben Bücher über die Entwicklung und Historie des Gaskombinates und des Industriestandortes Schwarze Pumpe verfasst - auch diese waren gestern am "Black Raven" zu haben.

An den Stand des Vereins kamen auch Marlene und Heinrich Dietrich aus Hoyerswerda, die die Wiederbelebung des Volksfestes zum Bergmannstag gut fanden. Heinrich Dietrich hat selbst viele Jahre im Gaskombinat gearbeitet und ist auch heute noch an allem interessiert, was es darüber zu lesen gibt.

Das Mitglied des Traditions- und Fördervereins Eberhard Jainz aus Bohsdorf war ebenfalls 35 Jahre lang im Kombinat Schwarze Pumpe tätig und freute sich gestern, den alten Bergmannstag wieder einmal zünftig feiern zu können. Zünftig eröffnete die Spremberger Bläsergilde den Vormittag mit dem Bergmannslied "Glück auf, der Steiger kommt". Später spielten die Musikanten auch böhmische und bayrische Blasmusik, was bei den Bergleuten schon immer großen Anklang fand.

Frank Neumann aus Hoyerswerda war jedoch vor allem wegen desNachmittagsprogramms mit bekannten Ostrock-Titeln gekommen. Alt-Puhdy Peter Meyer war mit seinem Enkel Ludwig musikalischer Gast. Die Stimmung heizte auch der Ex-Hoyerswerdaer Rockmusiker Frank Proft an, der die größten Ostrock-Songs aus 40 Jahren im Gepäck hatte.

Vor allem am Nachmittag war der Bergmannstag gut besucht: Frank Proft sang mit dem Publikum die größten Ostrock-Songs.
Vor allem am Nachmittag war der Bergmannstag gut besucht: Frank Proft sang mit dem Publikum die größten Ostrock-Songs. FOTO: cw