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| 18:07 Uhr

Schwarzkollm
Ostersängerinnen in Ton und ganz in echt

Töpfermeister Andreas Hegewald (r.) übergibt die Kantorka-Figur an Krabatmühlen-Geschäftsführer Andreas Zschieschick.
Töpfermeister Andreas Hegewald (r.) übergibt die Kantorka-Figur an Krabatmühlen-Geschäftsführer Andreas Zschieschick. FOTO: Catrin Würz / LR
Schwarzkollm. Die Kantorka hat ihren Platz in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm eingenommen.

Was für ein Empfangskommando: Das gesamte Team der Krabat-Mühle hat am Montag der „Kantorka“ einen herzlichen Empfang bereitet. Die detailgetreu in Keramik ausgearbeitete Heldin der Krabat-Sage hielt damit Einzug in das Jurij-Brezan-Haus und ist hier ab sofort im Trachtenzimmer zu bewundern.

Das Schwarzkollmer Töpferehepaar Ulrike und Andreas Hegewald hat die 54 Zentimeter hohe Keramikfigur geschaffen und stiftet sie nun der Krabat-Mühle als Dauerleihgabe. „Für uns ist die Kantorka, durch deren Liebe Krabat den schwarzen Müller besiegt, die wahre Heldin der Sage“, erklärt Andreas Hegewald seine Motivation für diese Arbeit. Die Kantorka - in der sorbischen Sage ist sie die Vorsängerin in der Osternacht - ist vom Töpferehepaar natürlich in der typischen schwarzen Kirchgangstracht der Schwarzkollmer Frauen dargestellt.

Damit hat die Krabat-Mühle pünktlich vor dem Saisonstart zu Ostern eine neue kleine Attraktion. „Wir freuen uns sehr über dieses Engagement der Töpferei Hegewald“, sagt Krabatmühlen-Geschäftsführer Tobias Zschieschick. Ab dem 1. April startet das Mühlenensemble in seine Sommeröffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr. Während der Wintermonate sind in der Bauernstube einige Umbauten vorgenommen worden, „so dass wir dort jetzt noch besser die gefragten Plinse herstellen und kredenzen können“, so Zschieschick.

Während der beiden Osterfeiertage am Sonntag und am Montag werden die Besucher in der Krabat-Mühle sorbischen Ostereiermalern über die Schulter schauen können. Einer der Höhepunkte im Dorf ist seit acht Jahren zudem das 2010 wiederbelebte Ostersingen in Schwarzkollm. „Auch in diesem Jahr werden wir 18 Frauen sein, die in der Kirchgangstracht am Samstag vor Ostern singend und betend durch das Dorf schreiten“, erzählt Heidemarie List. Die Schwarzkollmerin behütet im Dorf den Fundus an originalen Trachten. Für das Ostersingen stehen gut 20 jener schwarzen Kleider mit weißem Stirnband zur Verfügung, wie sie auch die Kantorka in der Sage trug, als Krabat sie zum ersten Mal singen hörte.

(cw)