Nicht jeder darf teilnehmen. Die Männer müssen mindestens im 9. Schuljahr lernen. Eine enge familiäre Bindung zur katholischen Pfarrei in Wittichenau ist ebenfalls Vorraussetzung. Und bei den Vorbereitungen für die Prozession ist jeder Reiter auf sich selbst gestellt. Für Pferd und Kleidung - Gehrock, Zylinder, weiße Handschuhe und Stiefel - ist zu sorgen. Denn Roland Homola achtet mit gnadenlosem Blick auf die Einhaltung der Ordnung. Seit 1985 hält er als Prozessionsleiter die Fäden in der Hand. „Bei den Anmeldungen ist jedes Jahr eine steigende Tendenz festzustellen. 460 sind's diesmal“ , erzählt er. In Zweierreihe ist der Zug mehr als einen Kilometer lang. Punkt 9.30 Uhr setzt er sich in Bewegung. Dreimal wird die Kirche von den Reitern umrundet. Im Haus hält Pfarrer Thomas Thielscher die Gottesdienste. Die ganze Familie ist jedes Jahr zum Osterfest auf den Beinen. Sonst wäre das Programm nicht zu schaffen. Die Reiter verkünden auf ihrem Weg Lieder und Gebete. Zur Mittagszeit wird für eine Stunde in Ralbitz abgesattelt. Darauf haben sich die Gastfamilien im Ort bestens vorbereitet. Ihnen ist es eine Ehre, den Osterreitern eine Stärkung zu reichen. Nach dem Abschied findet dann die Segensandacht in Ralbitz statt. Vier Stunden später treffen die Reiter wieder in Wittichenau auf dem Marktplatz ein.