Wie der Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann am vergangenen Montag bei der Ortschaftsratssitzung in Torno berichtete, wird Anfang Juli die Diskussion über die Schließung oder den Erhalt des Bahnüberganges "Waldesruh" auf der Ortslage Schwarzkollm fortgesetzt.

Lehmann, der derzeit auf Meinungsfang geht, will die Notwendigkeit des Bahnüberganges erkunden. In einem Gespräch mit der Firma RVS Reststoffverwertungs- und Altlastensanierungs GmbH, dessen Fahrzeuge durch die Arbeiten in den Rotschlammhalden derzeit den Bahnübergang überqueren, stellte sich jetzt heraus, dass der Geschäftsführer Christoph Leikker nicht unbedingt auf den Erhalt des Bahnüberganges pocht. Die Fahrzeuge könnten über seine private Betriebsstraße und dann über die Oststraße und dessen Bahnübergang rollen. In keinem Fall will sich RVS an den Kosten für die Erneuerung des Bahnübergangs beteiligen.

Die Ortschaftsräte haben sich hingegen einstimmig für einen Erhalt des Bahnüberganges ausgesprochen. Das größte Hauptaugenmerk legen die Räte auf das Schullandheim. "Der Rückbau des Bahnüberganges könnte das Aus für das Schullandheim bedeuten", kommentiert Dietrich Matthes. Denn für die Kinder und Jugendlichen aus Lauta wäre der Weg über den Bahnübergang Schwarzkollm einfach nicht zumutbar. Auch Ortsvorsteher Karl-Heinz Löffler hegt Bedenken bezüglich des Lkw-Verkehrs der Firma RVS. Der würde bei Rückbau des Bahnübergangs dann vermehrt auch über Bahnhof- und Weinbergstraße oder über die Friedensstraße und im Anschluss über die Oststraße rollen. "Das wäre für die Anwohner nicht zumutbar", so Löffler. Zudem benutzen viele Tornoer den Bahnübergang, um auf die Bundesstraße 96 zu gelangen.

Der Ortschaftsrat gibt am Ende ein klares Votum für den Erhalt des Bahnüberganges ab. Das würde aber auch bedeuten, dass Lauta sich an den Kosten für die Erneuerung beteiligt. Ortschaftsrat Jörg Tomke plädierte mit Sicht auf die klamme Stadtkasse: "Die finanzielle Beteiligung sollte jedoch angemessen sein."