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| 10:05 Uhr

Orkan Friederike und die Folgen
Orkan schüttelt die Region durch

Der Sturm Friederike hat in der Region Dutzende Bäume entwurzeln – unter anderem auch in der Bonhoeffer-Straße in Hoyerswerda. Manche Gemeinden wie Wiednitz und Leippe waren auch noch am Freitagnachmittag ohne Strom.
Der Sturm Friederike hat in der Region Dutzende Bäume entwurzeln – unter anderem auch in der Bonhoeffer-Straße in Hoyerswerda. Manche Gemeinden wie Wiednitz und Leippe waren auch noch am Freitagnachmittag ohne Strom. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Dutzende Bäume sind umgekippt / Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz / Keine Verletzten Von Sascha Klein

Orkan Friederike hat gewütet – viele Leidtragende haben die Nacht von Donnerstag zu Freitag im Dunkeln verbracht. In etlichen Gemeinden im Norden des Landkreises Bautzen ist der Strom viele Stunden ausgefallen. Unter anderem haben Teile von Cosel, Geierswalde, Grüngräbchen, Lauta, Lauta Dorf, Leippe, Tätzschwitz und Wiednitz teils bis Freitagnachmittag auf Strom verzichten müssen, teilt Versorger Mitnetz Strom in Chemnitz mit. Bei Leippe und Wiednitz war bis Freitagnachmittag nicht klar, ob die Orte tatsächlich am Freitag wieder ans Netz gehen. Der Hoyerswerdaer Versorger VBH teilt auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit, dass bis Freitagmittag in Neukollm noch vier Haushalte betroffen waren, unter anderem auch Entsorger Veolia. Sie seien nun wieder am Netz. Am Donnerstagnachmittag hatte es Stromausfälle in den Hoyerswerdaer Ortsteilen Bröthen und Schwarzkollm gegeben.

Die Feuerwehren in der gesamten Region sind zwischen Donnerstagnachmittag und Freitagmorgen fast pausenlos im Einsatz gewesen. Unter anderem sind auf der B 96 zwischen Nardt und Lauta mehrere Bäume umgekippt. Die Straße war mehrmals kurzzeitig gesperrt. Laut Kreisverwaltung sind etliche Straßen rund um Ottendorf-Okrilla dicht, im Raum Hoyerswerda betraf das am Freitag die S 234 zwischen Brandenburger Tor und Klein Partwitz. Sie ist jetzt wieder befahrbar.

Die Hoyerswerdaer Großvermieter haben den Freitag zur Bestandsaufnahme genutzt. Die Wohnungsgesellschaft geht aktuell davon aus, dass es zwar viele kleine, aber keine großen Schäden gegeben hat. Unter anderem sind in der Pestalozzistraße 2a rund drei Quadratmeter Dachziegel im Giebelbereich abgedeckt worden. In der Virchowstraße 60 ist im vierten Stock ein Flurfenster zu Bruch gegangen. Laut Pressesprecherin Petra Scholz ist das Fenster umgehend mit einer Holzplatte gesichert worden. In der Senftenberger Vorstadt sind auf einem Grundstück neun Bäume entwurzelt worden. Die Lebensräume e.G. kann vor Montag keine Aussagen zu Schäden machen.

In der Integrierten Rettungsleitstelle in der Hoyerswerdaer Herrmann-Straße sind die Einsatzkräfte vorbereitet und personell verstärkt gewesen. Aus gutem Grund: Bis zum Freitagmorgen um sechs Uhr hat es insgesamt 1008 Einsätze gegeben, teilt die Stadtverwaltung Hoyerswerda mit. Davon waren 573 Einsätze im Kreis Bautzen und 324 im Kreis Görlitz wetterbedingt. 111 Einsätze seien dem Tagesgeschäft Regelrettungsdienst, Krankentransport und anderen zuzuordnen gewesen, heißt es. Hauptschwerpunkte der unwetterbedingten Einsätze waren umgestürzte Bäume in Stromleitungen und auf Fahrwegen sowie abgedeckte Dächer, so die Stadtverwaltung Hoyerswerda weiter. Nach derzeitigen Informationen ist zumindest eines trotz aller Schäden positiv: Es ist bei dem Sturm im Bereich der Rettungsleitstelle Ostsachsen niemand verletzt worden.

In den Wäldern in Lauta hat es mehrere teils einhundertjährige Bäume umgeweht. Das bedeutet viel Arbeit für die Waldbesitzer.
In den Wäldern in Lauta hat es mehrere teils einhundertjährige Bäume umgeweht. Das bedeutet viel Arbeit für die Waldbesitzer. FOTO: Jens Bitzka