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Orgel trifft Cembalo in der Kulturkirche

Der erfahrene Organist Martin Schmeding erklärt einem kleinen, aber interessierten Kreis von Besuchern den Aufbau und den Klang der Orgel näher.
Der erfahrene Organist Martin Schmeding erklärt einem kleinen, aber interessierten Kreis von Besuchern den Aufbau und den Klang der Orgel näher. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Beim Eröffnungskonzert des ersten "Mixtur im Bass"-Wochenendes haben sich rund 55 Besucher auf eine Reise durch die Zeit der Orgelmessen begeben. Dabei traf die stimmgewaltige Königin der Instrumente auf die verspielten Klänge des Cembalos. Anja Guhlan / ang1

Die Konzertreihe "Mixtur im Bass" ist bekannt für das Spielen an historischen Orgeln. "Da machen wir heute beim Eröffnungskonzert eine Ausnahme", erklärt Chef-Organisator Rudolf Böhnisch vom Verein Großräschener Orgelkonzerte. Denn der eigentliche Spielort in der Kirche in Lauta-Dorf an der historischen Orgel kann nicht genutzt werden, weil dort Sanierungsarbeiten stattfinden. Deshalb weicht die Konzertreihe auf die städtische Kirche in Lauta aus, die eine Eule-Orgel aus dem Jahr 1972 besitzt.

Zunächst erhält ein kleiner, aber sehr interessierter Kreis an Besuchern eine Kirchenbesichtigung, in der Organist Martin Schmeding auch die Orgel in allen Einzelheiten erklärt und sie hörbar macht.

Die Orgel entspricht dem neobarocken Ideal, ist aber, genau genommen, keine historische Orgel. Sie verfügt über elf Register auf zwei Manualen und müsste, laut Martin Schmeding, an einigen Stellen neu eingestellt werden. "Vielleicht klappt das ja innerhalb der nächsten fünf Jahre, denn dann feiert die Orgel in der Kirche ihr 50-jähriges Jubiläum", sagt der Organist. Pfarrer Norbert Krüger schüttelt zaghaft den Kopf. Solch eine Investition koste auch jede Menge Geld, und derzeit sammle der Förderkreis erst einmal für das Glockenwerk.

Der erfahrene Organist, der im Jahr 2010 sogar für seine Einspielung der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach den Echo Klassik erhielt, verspricht jedoch, das "Beste" aus der Orgel herauszuholen.

So nutzt Martin Schmeding aus Leipzig virtuos die stimmgewaltige Orgel, um die Akustik in der 1926 errichteten Kirche voll auszuschöpfen und diese mit ihrem einzigartigen Klang zu überfluten. Anders die Töne des Cembalos, die als leichter und verspielter zu erleben sind.

Zuweilen rasend schnell spielt Martin Schmeding auf dem historischen Tasteninstrument und zieht die Besucher mit den ungewöhnlichen Klängen eines heute fast vergessenen Instruments in seinen Bann.

Besucher wie Regina Porsche aus Hoyerswerda sind begeistert: "Das Konzert ist wunderbar gewesen. Vor allem das letzte Stück am Cembalo - das italienische Concerto in drei Sätzen von Bach - hat es mir angetan. Schmeding spielte es mit Virtuosität und Leichtigkeit. Ich denke, das Konzert wird bei mir noch lange nachhallen." Dieses Fazit der Besucherin macht Rudolf Böhnisch stolz.

Auch das zweite Konzert-Wochenende, vom 4. bis 6. August, soll außergewöhnlich werden. Dann erwartet die Besucher in Rießen, Ogrosen und Lübben der Zusammenklang von Orgel und Viola da gamba von dem jungen Musikerehepaar Anna und Krzysztof Firlus aus Polen.