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| 22:12 Uhr

Jubiläum
Werksorchester und Lausitzer Klangkörper

 Orchesterleiter Matthew Lynch (l.) übt mit dem Orchester Lausitzer Braunkohle für das 60-jährige Bestehen des Klangkörpers. Das Jubiläumskonzert wird im Oktober in der Lausitzhalle Hoyerswerda stattfinden.
Orchesterleiter Matthew Lynch (l.) übt mit dem Orchester Lausitzer Braunkohle für das 60-jährige Bestehen des Klangkörpers. Das Jubiläumskonzert wird im Oktober in der Lausitzhalle Hoyerswerda stattfinden. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Das Orchester Lausitzer Braunkohle sorgt seit 60 Jahren in der Lausitz für ebenso unterhaltsame wie tragende Töne. Jetzt wird ein Jubiläumskonzert vorbereitet. Von Katrin Demczenko

„Glück auf, Glück auf – der Steiger kommt“ heißt die traditionelle Bergmannshymne – und wer könnte diese besser intonieren als das Orchester Lausitzer Braunkohle, das 1959 von Horst Costrau im Gaskombinat Schwarze Pumpe (GSP) gegründet wurde und immer noch besteht.

Die ersten Mitglieder waren Erbauer des weltgrößten Braunkohleveredlungskombinates, die für sich eine Freizeitbeschäftigung gesucht hatten, verrät die Internetseite des Blasorchesters. Durch Festveranstaltungen im Werk und Auftritte in der Region entwickelte sich der Klangkörper schnell zum hervorragenden Amateurensemble, erzählt das Mitglied des Orchestervorstandes Andreas Wache. Er und viele andere Nachwuchsmusiker kamen damals über das Jugendblasorchester der Musikschule Hoyerswerda und eine Anstellung im Gaskombinat in das dortige Orchester. „Zur DDR-Zeit war jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr Probe, und das hat nicht jedem Abteilungsleiter gefallen“, erinnert sich der Klarinettist Andreas Wache. Auftritte bei internationalen Festivals in der Sowjetunion oder Polen waren damals die musikalischen Höhepunkte.

Nach dem Ende der DDR wurde der mitgliederstarke Klangkörper zunächst von den Firmen übernommen, die am Standort Schwarze Pumpe produzierten. Seit 1995 besteht er als Verein, der finanzielle Unterstützung von Vattenfall Europe erhielt. Heute sind die Lausitz Energie Bergbau und Kraftwerke AG (LEAG) und die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda Sponsoren.

Die Bläser kommen aus Orten zwischen Cottbus, Görlitz und Dresden zu den wöchentlichen Proben in die Lausitzhalle Hoyerswerda gefahren Es entstanden neue Auftrittsmöglichkeiten in der Lausitz, in ganz Deutschland und 1992 bei einem Blasmusikfest im französischen Straßbourg, erzählt Andreas Wache. Eine Reise führte das Orchester unter anderem in die Hoyerswerdaer Partnerstadt Dillingen, und zu Hause war die Eröffnungsveranstaltung zum Tag der Sachsen 1998 ein wichtiger Höhepunkt in der Orchestergeschichte.

Heute werden jedes Jahr die Tage der offenen Tür der LEAG, Heimatfeste in vom Bergbau betroffenen Orten wie Jänschwalde, Spreewitz oder Nochten, Barbarafeiern und Weihnachtsmärkte musikalisch gestaltet.

Besonders wichtig ist den über 50 Holz- und Blechbläsern unter ihrem Dirigenten Matthew Lynch ihr traditionelles Jahreskonzert in der Lausitzhalle. Es wird im Oktober 2019 unter dem Motto „60 Jahre Orchester Lausitzer Braunkohle“ stehen. Die Proben dafür laufen schon längst. Erklingen soll unter anderem Unterhaltungsmusik aus den Anfangsjahren, Big-Band-Sound, Filmmusiken und konzertante Blasmusik.

„Meine erste Stelle als Dirigent war 2013 dieses Orchester“, berichtet Matthew Lynch, der deshalb in der Region geblieben ist. Was sich das Orchester Lausitzer Braunkohle vor allem wünscht ist Nachwuchs, vor allem jüngerer, denn der Altersdurchschnitt liegt bei den Musikern über 50 Jahren, so Andreas Wache, ehe er seine Klarinette nimmt und wieder mitspielt.