Amtsgerichtsdirektor Michael Goebel musste die Verhandlung gestern unterbrechen, weil das vermeintliche Prügelopfer der Vorladung nicht gefolgt war. Der Mann aus Bad Muskau teilte dem Gericht telefonisch mit, er habe weder die Lust noch das Geld, die Fahrt nach Hoyerswerda auf sich zu nehmen. Nun soll er am nächsten Montag von der Polizei an den Pforzheimer Platz gebracht werden. Zudem verhängte Richter Goebel ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro oder ersatzweise drei Tage Haft. Laut Anklage war der Mann im Mai vorigen Jahres vor dem Hochhaus in der Schweitzer-Straße mitten in der Nacht von Bekannten seiner Ex-Freundin zusammengeschlagen worden. Die Rede war von Fausthieben und davon, dass das Opfer zwei Mal zu Boden gegangen sei.

Vorausgegangen war der Schlägerei eine Feier in der Wohnung besagter Ex-Freundin, die im Hochhaus lebt. Alle Zeugen sagten, sie seien zumindest angetrunken gewesen. Über das Opfer heißt es in den Polizeiakten, es habe bei der Vernehmung in der Tatnacht gut 1,9 Promille Blutalkohol gehabt. “Er zeigte Ausfallerscheinungen, war leicht reizbar, weinte und brüllte„, zitierte der Richter den Vernehmer. In der Akte steht auch, dass der Muskauer zunächst von sechs bis sieben Angreifern sprach. Vollständig namentlich benannt waren aber nur zwei Mittzwanziger, die gestern als Zeugen sagten, sie seien wenige Meter entfernt gewesen, als die beiden Angeklagten auf das Opfer eingeprügelt hätten. Die Männer auf der Anklagebank äußerten sich zunächst nicht. no