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Debatte
Onlinepetition soll dem Wolf Einhalt gebieten

Ralbitz-Rosenthal. Die Debatte um die Ausbreitung der Wölfe in der Oberlausitz hat ein weiteres Podium bekommen. Seit wenigen Tagen steht eine von Bürgern der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal und aus umliegenden Dörfern initiierte Onlinepetition im Internet. ume1

Darin heißt es unter anderem: "Wir sind verärgert über den derzeitig hohen Bestand der Wolfs population in unserer Region und die damit verbundenen Folgen. Wir Dorfbewohner sind schon heute immer öfter Wolfsbegegnungen am oder auch im Dorf ausgesetzt. Dieser Zustand ist unnatürlich. Eine Bestandsreduktion muss durchgesetzt werden."

"Die Onlinepetition ist der zweite Schritt, nachdem wir bereits am 19. Juni eine ,klassische' Petition an den Bautzener Landrat übergeben haben", erklärt Georg Lebsa. Er zählt zu den "Bürgern aus umliegenden Dörfern", denn sein Heimatort Caßlau gehört zur Gemeinde Neschwitz. Andere Unterzeichner kommen - neben sämtlichen Ortsteilen von Ralbitz-Rosenthal - aus den Gemeinden Puschwitz und Radibor sowie aus Sollschwitz (Stadt Wittichenau).

Aus eigenem Erleben kann Georg Lebsa bestätigen, was im Petitionstext behauptet wird: "Auch hier, in Caßlau, lässt sich der Wolf regelmäßig, etwa einmal in der Woche, blicken."

Die Unterschriften hätten die Mitglieder der Initiative vornehmlich durch "Klinken putzen" zusammengetragen: "In jedem Dorf gibt es eine Kontaktperson, die von Haustür zu Haustür gegangen ist und um Unterstützung gebeten hat", berichtet Georg Lebsa, der diese Aufgabe für Caßlau übernahm und auch als Sprecher für die Gesamtinitiative fungiert. Das dabei gewonnene Stimmungsbild sei eindeutig: "In 900 kontaktierten Haushalten haben wir 874 Unterschriften erhalten." Lediglich drei Personen hätten sich explizit gegen das Anliegen ausgesprochen.

Georg Lebsa und seine Mitstreiter wissen, dass sie beim Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) offene Türen einrennen, dessen Einflussmöglichkeiten aber begrenzt sind. Die Onlinepetition richtet sich nun an den Sächsischen Landtag, kann aber auch von Bürgern aus anderen Bundesländern gezeichnet werden. Mit Stand vom 25. Juni zählte sie 289 Unterstützer, davon 177 in Sachsen. Letztere Zahl ist für das Erreichen des "Quorums" von 12 000 Stimmen maßgeblich, das die Behandlung der Petition durch den Seitenbetreiber bestimmt. Um diese Zahl bis zum Zeichnungsende am 14. September zu erreichen, muss die Petition noch deutlich an Schwung gewinnen. Übergeben werden kann sie aber auch mit weit weniger Unterschriften.

Recht viele Unterschriften kommen aus Niedersachsen (39), das seit einigen Jahren verstärkt von der Wolfsproblematik betroffen ist. Hingegen haben bislang erst fünf Brandenburger unterzeichnet. In den Kommentaren nehmen die Unterstützer hauptsächlich auf die Situation der Weidetierhalter Bezug, die der Wolf in Existenznot bringe. Im Petitionstext selbst ist von 45 Angriffen auf Schafherden in drei Jahren, davon zehn in der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal, die Rede.

Wie die geforderte Bestandsreduktion geschafft werden soll, bleibt allerdings noch unklar: "Dies müssen die Verantwortlichen in der Politik aushandeln", sagt Georg Lebsa.

Die Petition "Begrenzung der Wolfspopulation" ist unter der Adresse openpetition.de/!gyspr zu finden. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 14. September.