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| 16:39 Uhr

Ausstellung im Schloss Hoyerswerda
Onkel Hasan und die Lebensfragen seiner Enkel

Museumsleiterin Kerstin Noack und Santiago Calix trommeln zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Onkel Hasan und die Enkel“.
Museumsleiterin Kerstin Noack und Santiago Calix trommeln zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Onkel Hasan und die Enkel“. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Eine neue Sonderausstellung im Schloss Hoyerswerda beschäftigt sich mit der Arbeitsmigration in Deutschland – und auch vor Ort in der Lausitz. Von Katrin Demczenko

Der Saal des altehrwürdigen Hoyerswerdaer Schlosses hat schon viele Ausstellungen gesehen, aber noch keine über die Geschichte der Arbeitsmigration in Deutschland seit den 1960er-Jahren. Das ändert sich jetzt, weil die in Dortmund erarbeitete Multimedia-Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ noch bis zum 6. Dezember auch in Hoyerswerda gezeigt wird.

Zur Eröffnung stellte Kulturbürgermeister Thomas Delling (SPD) fest: Migration und die dadurch notwendig werdende Integration von zugezogenen Menschen ist in Hoyerswerda wie auch weltweit ein Thema. „Es bietet die Chance, durch die Beschäftigung mit anderen Kulturen die eigene Entwicklung weiterzubringen.“ Die RAA Hoyerswerda/Ostsachsen, das Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“ sowie das Netzwerk „Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (Samo.fa) sorgen in der Stadt Hoyerswerda dafür, dass hier Integration funktioniert. Als 1991 in der Stadt die rassistisch motivierten Ausschreitungen gegen Vertragsarbeiter und Flüchtlinge stattgefunden haben, war das noch anders.

Dr. Wilfried Kruse vom Ausstellungsteam gab den Besuchern einige Erklärungen. Der Teil 1 erzählt chronologisch von „Onkel Hasan“ und seiner türkischen Familie, die mit der ersten Generation der Gastarbeiter nach Deutschland gekommen war. Damit sich Besucher in ostdeutschen Städten mit den Inhalten identifizieren können, gibt es Informationen über Vertragsarbeiter aus Vietnam, Kuba oder Mosam­bik, die im Gaskombinat Schwarze Pumpe und anderen DDR-Betrieben eine Berufsausbildung erhielten, aber auch billige Arbeitskräfte waren.

Neben dieser vertraglich organisierten Arbeitsmigration gibt es auch ungeregelten Zuzug, zum Beispiel von rumänischen Arbeitskräften, die oft auf Baustellen ausgebeutet werden. Seit 2015 kommen viele Flüchtlinge, die erst integriert werden müssen, ehe sie am Arbeitsmarkt Fuß fassen können.

Den zweiten Teil der Ausstellung hat die „Enkel“-Generation – in Deutschland geborene Jugendliche mit Migrationshintergrund – gestaltet. Sie stellt ihre Lebensfragen zu Diskriminierung, alltäglichem Rassismus und dem Thema Heimat.

Nach Hoyerswerda kam die Wanderausstellung, weil die Stadt wie Dortmund und Dresden zu den 32 Samo.fa-Standorten in Deutschland gehört, erläuterte die Vorstandvorsitzende der RAA Hoyerswerda/Ostsachsen Helga Nickich. An allen Orten fügen lokale Akteure der Ausstellung Informationen hinzu. Am 4. Dezember wird es im Schloss eine Diskussionsrunde geben.

Museumsleiterin Kerstin Noack und Santiago Calix trommeln zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Onkel Hasan und die Enkel“.
Museumsleiterin Kerstin Noack und Santiago Calix trommeln zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Onkel Hasan und die Enkel“. FOTO: Katrin Demczenko