Beim Frauenchor „Musica Viva“ aus Lauta wird das Miteinander auf Augenhöhe groß geschrieben. Deshalb dürfen Sängerinnen des Chores auch mal die Seite wechseln. Um bei Auftritten glänzen zu können, probt der Chor einmal pro Woche.

Sonst dirigiert Chorleiter Lothar Kusche den Chor und probt auch ausgiebig mit den Chormitgliedern. Zum Tag der öffentlichen Chorprobe ist er leider krank. Doch das stellt kein Problem für den inzwischen autarken Chor dar. Chorsängerin Laura Geburtig übernimmt kurzerhand das gemeinsame Einsingen.

Das gemeinsame Einsingen des Chores ist wichtig

Die 23-jährige Laura Geburtig ist Referendarin an der Coppi-Schule und unterrichtet dort das Fach Musik. Sie traut sich als Einzige des derzeit 33-köpfigen Chores das Leiten beim gemeinsamen Einsingen zu – und das sogar als Jüngste im Chor. „Ich springe gerne ein, wenn der Chorleiter mal krank ist“, sagt sie.

Und sie macht das gut: Sie motiviert den Chor, ist aber auch kritisch, wenn die Töne mal nicht so sitzen. Nach dem Einsingen teilt sich der Chor in die jeweiligen Stimmgruppen auf, um getrennt voneinander zu proben. Die Frauen singen entweder im hohen Sopran oder in der tiefen Frauenstimme Alt.

„Inzwischen trauen sich bei uns im Chor auch zwei bis drei weitere Chormitglieder das Führen der Stimmgruppenproben zu. Das Proben und Lernen fällt in den einzelnen Stimmgruppen leichter und spart auch jede Menge an Zeit“, berichtet die Vereinsvorsitzende Regine Linke.

Der Frauenchor ist immer auf der Suche nach Verstärkung

Eine, die eine Stimmgruppe leitet und unterrichtet, ist Anne Hoffmann. Die 27-Jährige studiert momentan das Fach Musik auf Lehramt. „Es ist schon schön, wenn man dem Chor durch sein eigenes Wissen und Erfahrung weiter helfen kann“, sagt sie. Auch Laura Geburtig hilft gerne. Beide singen mit Leidenschaft in dem Chor, dessen Durschschnittsalter bei etwa 57 Jahren liegt. „Gerne möchten wir weitere Chorsängerinnen begrüßen können. Dafür kann jeder mal hineinschnuppern in das Chorleben“, lädt Regine Linke Interessierte ein. „Das Chorleben gestaltet sich hier großartig. Stimmlich ergänzt sich der Chor, und auch menschlich steht hier einer für den anderen ein“, erzählt Ingeborg Koark. Mit ihren 80 Jahren ist sie nicht nur das älteste Chormitglied, sondern auch von Anfang an dabei. Als sich der Chor im Jahr 1993 zusammenfand, wirkten gerade mal 17 Frauen mit.

Der Frauenchor probt in der Aula der Coppi-Schule

„Ich erinnere mich noch gut an die ersten Proben in dem kleineren Raum in Torno“, erzählt Ingeborg Koark. Doch der Platz dort reichte irgendwann nicht mehr. Der Chor vergrößerte sich. „Zurzeit sind wir 33 Frauen im Alter von 23 bis 80 Jahren“, berichtet Regine Linke. Inzwischen proben die Sängerinnen in der Aula der Coppi-Schule.

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Lauta

Und die Suche nach neuen Sängerinnen reißt nicht ab. Zum Tag der öffentlichen Chorprobe sind vier neue Frauen gekommen. Alle wollen sie in den inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Chor hineinschnuppern. Regine Linke ist sichtlich überrascht über das große Interesse und die vier neuen potenziellen Mitstreiterinnen. „Bekanntlich bleiben aber nicht alle dauerhaft. Dabei sind wir bemüht, jeden Neuzugang herzlich willkommen zu heißen und auch Anreize zu schaffen“, berichtet die Vereinsvorsitzende.

Der Frauenchor vergügt über ein umfangreiches Repertoire

So hat der Chor schon seit Langem sein Repertoire an Liedern gut gemischt. Neben traditionellen klassischen Songs schmettern sie auch peppige, moderne, manchmal sogar lustige Stücke. „Für jeden Geschmack ist was dabei“, meint Ingeborg Koark. Ihr gefallen alle Melodien, auch die traurigen. Nur bei den englischsprachigen Liedern muss sie ein bisschen mehr üben. „Ich spreche leider kein Englisch, aber das Einprägen der Liedtexte klappt dann doch erstaunlich gut. Weil man auch überall Hilfe bekommt“, schildert die 80-Jährige. Der Chor fährt auch einmal im Jahr über ein Wochenende ins Chorlager, um dort ausgiebig proben zu können.

Für Anne-Katrin Raum, die heute zum ersten Mal dabei ist, hört sich das alles sehr gut an: „Ich habe viel Spaß am Singen und schon ein bisschen Chorerfahrung aus den Jugendjahren. Ich würde gerne den Chor weiter ergänzen. Das Chorleben scheint hier wirklich zu funktionieren. Es ist nicht eingestaubt, alle sind offen, man wird herzlich aufgenommen und man kann sofort mit einsteigen“, sagt die 32-Jährige, der das alles super gefällt.

Nächste Auftritte des Frauenchores


Das erste Konzert in diesem Jahr wird am 17. April um 19 Uhr in der Johanneskirche in Hoyerswerda mit dem Lions Club sein. Am 26. April um 17 Uhr lädt dann der Frauenchor zu seinem traditionellen Frühlingskonzert in die katholische Kirche nach Lauta ein. In voraussichtlich sechs Konzerten wollen die 33 Sängerinnen des Chores ihren Gesang dieses Jahr präsentieren. Die anderen Termine stehen derzeit noch nicht fest. Aktuell werden zwei neue Lieder einstudiert.