ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:24 Uhr

Bildungsangebote in Hoyerswerda
Oberschule „Am Stadtrand“ bereitet sich auf WK I-Zukunft vor

 Oberschullehrerin Kerstin Krannich experimentiert mit Laura.
Oberschullehrerin Kerstin Krannich experimentiert mit Laura. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Letzter Tag der offenen Tür: Der Schulleiter sieht in Hoyerswerda ein Missverhältnis in der Bildungslandschaft. Von Katrin Demczenko

Die Oberschule „Am Stadtrand“ hat ihren letzten Tag der offenen Tür veranstaltet. Ab dem Schuljahr 2020/21 zieht sie mit der Oberschule „Am Planetarium“ in das im Umbau befindliche Schulhaus im Wohnkomplex (WK) I ein. Bis dahin laufen der Unterricht, Ganztagesangebote, die Berufsorientierung für alle Schüler und das Produktive Lernen am alten Standort weiter, erklärt Schulleiter Joachim Glücklich.

Er finde gut, dass seit wenigen Wochen nach dem jetzt gültigen sächsischen Schulgesetz eine Schulsozialarbeiterin die Lehrer unterstützt. Bis zur Neugründung der Oberschule im WK I müssen die Pädagogen der Altstadt- und Neustadt-Oberschule in ihrer gemeinsamen Arbeitsgruppe noch viele inhaltliche Probleme klären, sagt Glücklich. Außerdem sehe er ein Missverhältnis zwischen vier Gymnasien in der Stadt und dann nur einer staatlichen Oberschule.

Der Oberschulzweig an der Christlichen Schule Johanneum koste nun mal Schulgeld und sei deshalb nicht für alle Kinder eine Alternative. Die angestrebte Inklusion von Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen an Oberschulen erfordert eine umfassende Weiterbildung aller Pädagogen, benannte der Schulleiter ein weiteres Problem. Lehrer sollten Eltern vor allem erklären, dass sich ihr Kind an der weiterführenden Schule wohlfühlen muss, um seine besten Leistungen erzielen zu können.

Sicher weiß Joachim Glücklich, dass das „Produktive Lernen“ seiner Bildungseinrichtung 2020 mit an die Oberschule im WK I wechselt. Das ist ein besonderer Weg zum Hauptschulabschluss für Schüler, die die Klasse 7 absolviert haben oder die Klasse 8 wiederholen müssen. Sie sind drei Tage pro Woche in einem selbst gewählten Praktikum und haben zwei Tage Unterricht, erklärt der Schulleiter. Die Kooperation seiner Oberschüler mit dem Förderzentrum für Körperbehinderte Hoyerswerda bleibe ebenfalls langfristig bestehen.

Die Siebtklässlerin Melina und zwei Mitschülerinnen zeigten wenigen Hoyerswerdaer Grundschülern und ihren Eltern die Sporthalle sowie Fachräume für Englisch, Biologie und Physik. Dort beantworteten Pädagogen Fragen und zeigten neues Lehrmaterial. Am Lehrertisch im Physikraum konnten Viertklässler unter Anleitung der Fachlehrerin Kerstin Krannich experimentieren. Das ließ sich Laura nicht zweimal sagen und pustete mit aller Kraft von unten Luft in einen Plastiktrichter, in dem ein Tennisball lag. Sie wollte den Ball zum Tanzen bringen, schaffte es aber nicht. Das ist nicht möglich, denn viel einströmende Luft geht am Ball vorbei, erklärte ihr Kerstin Krannich. Die wenige schnell strömende Luft im Trichterhals verringere dort den Luftdruck und der größere Druck der Außenluft halte den Ball fest. Auch das Prinzip der Balkenwaage und Grundlagen der Elektrizität werden im Physikunterricht ab Klasse 6 vermittelt, erfuhren Eltern und Kinder.

„Bei der Bildungstour habe ich hier im Chemieraum experimentiert“, erzählte Laura begeistert. Sie will mit ihrer Mutter noch am 21. Januar die Neustadt-Oberschule besuchen und dann entscheiden, wo sie sich anmeldet. Ab Sommer 2020 gehen mit ihr sowieso fast alle Oberschüler ins WK I.