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| 02:45 Uhr

Oberlichtenau siegt beim Dorfwettbewerb

Nur ein Gewinner, trotzdem alles Sieger: Die Vertreter der zehn teilnehmenden Dörfer stellten sich nach der Auszeichnung zum gemeinsamen Foto.
Nur ein Gewinner, trotzdem alles Sieger: Die Vertreter der zehn teilnehmenden Dörfer stellten sich nach der Auszeichnung zum gemeinsamen Foto. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Kamenz. Der Pulsnitzer Ortsteil Oberlichtenau hat beim diesjährigen Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" den ersten Preis erhalten und wird den Landkreis Bautzen nun gemeinsam mit dem zweitplatzierten Demitz-Thumitz auf Landesebene vertreten. Die Teilnehmer aus der Hoyerswerdaer Region – Leippe, Groß Särchen und Zeißholz – kamen nicht auf die ersten drei Plätze. Uwe Menschner / ume1

Rammenau und Nebelschütz sind die großen Vorbilder. Diese beiden Orte sind beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ganz groß herausgekommen und haben Preise auf nationaler und sogar auf europäischer Ebene abgeräumt. Ob dies auch den diesjährigen Preisträgern Oberlichtenau und Demitz-Thumitz gelingt, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass sie die Jury von den zehn diesjährigen Teilnehmern im Landkreis Bautzen am meisten überzeugt haben. "Oberlichtenau hat mit Abstand die beeindruckendste Präsentation gezeigt. Da stimmte einfach alles", würdigt Juryleiterin Doris Loose das Siegerdorf. Besondere Pluspunkte seien das aktive Vereinsleben, die Umnutzung des ehemaligen Brauereikellers sowie die umfangreiche Dokumentation zur Entwicklung der einzelnen Grundstücke. An Demitz-Thumitz beeindruckte die Jury besonders die Beharrlichkeit und der Einfallsreichtum, mit denen die Gemeinde ihr touristisches Profil als "Granitdorf" geschärft und dabei Wert auf Barrierefreiheit gelegt hat. "Die Präsentation des Gesteinsabbaus und des Steinmetzhandwerks hat uns sehr beeindruckt", so Doris Loose. Der dritte Preis wurde zwei Mal - an Kleinröhrsdorf (Stadt Großröhrsdorf) und an Steina - vergeben.

Ohne vordere Platzierung mussten die Vertreter der drei teilnehmenden Dörfer aus der Hoyerswerdaer Region - Groß Särchen (Gemeinde Lohsa), Leippe (Stadt Lauta) und Zeißholz (Stadt Bernsdorf) - von der Auszeichnungsveranstaltung in Kamenz wieder nach Hause fahren. Von Enttäuschung jedoch keine Spur: "Für die Dorfgemeinschaft war die Teilnahme an dem Wettbewerb ein großer Gewinn. Das ganze Dorf hat die Aktion mitgetragen und ein Zeichen gesetzt, dass Groß Särchen trotz der Bergbausanierung lebenswert ist. Der Zusammenhalt innerhalb der Bürgerschaft ist gewachsen", so Ortschafts- und Gemeinderat Steffen Mühl. Positiv bewertete die Jury unter anderem das Konzept zur Folgenutzung des Knappensees nach der Sanierung und die rege Pflege von Brauchtum und Tradition. Die aktuellen Forschungen zur wahren Identität des Krabat würden Groß Särchen weitere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

"Wir haben alle gewonnen, es gibt keine Enttäuschung", versichern auch Monika und Gerald Reeb sowie Ursula Lehnigk vom Heimatverein Leippe. "Leippe überzeugt mit seinen engagierten Bürgern, die voller Enthusiasmus und mit Eigeninitiative alles daran setzen, ihren kleinen Wohnort mit Leben zu erfüllen", heißt es im Abschlussbericht der Jury. Allerdings solle versucht werden, die "standortfremden Koniferen auf den Grundstücken durch Laubgehölze zu ersetzen." In Zeißholz gefielen der Jury besonders die vielfältigen Aktivitäten in Bezug auf das Dorfmuseum sowie der in dessen Nähe errichtete Spielplatz. Überhaupt würden die Kinder in dem Ortsteil der Stadt Bernsdorf ein besonderes Augenmerk genießen. Allerdings regt die Jury eine "behutsame Modernisierung" der Ausstellung an. Als bedauerlich bewertet die Jury hingegen den "Stillstand" der letzten Jahre in Bezug auf die historische Bausubstanz in Dorf und Kolonie.